Deutsche Impfempfehlungen für die Kleintierpraxis
Eine Initiative des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte e. V.
Fachgruppe Kleintierpraxis (FGK)
Unterstützt von der Deutschen Gesellschaft
für Kleintiermedizin (DGK-DVG)
Mit Beteiligung der deutschen Impfstoffindustrie
Wissenschaftliche Ausarbeitung:
Prof. Dr. Katrin Hartmann, München
Prof. Dr. Marian Horzinek, Utrecht
Prof. Dr. Hans Lutz, Zürich
PD Dr. Reinhard Straubinger, Leipzig
Prof. Dr. Uwe Truyen, Leipzig sowie
Dr. Karin Duchow, Paul-Ehrlich-Institut, Langen
Juli 2006
Präambel
Mehr Tiere impfen, das einzelne Tier so häufig wie nötig!
1. Die Impfung ist die wichtigste Maßnahme zur Verhinderung von
Infektionskrankheiten.
2. Die jährliche Gesundheitsberatung mit Impfgespräch dient der Ermittlung
eines individuellen Impfprogramms.
3. Eine vollständige Grundimmunisierung ist Voraussetzung für einen
optimalen Schutz des Einzeltieres.
4. Ein höchstmöglicher Durchimpfungsgrad (> 70 %) ist in einer
Tierpopulation anzustreben, um Epidemien zu verhindern.
5. Core-Komponenten der Vakzinen sind gegen Erreger gerichtet, gegen die
jedes Tier zu jeder Zeit geschützt sein muss.
Grundsätzlich sind die in den Packungsbeilagen angegebenen Indikationen und
Warnhinweise zu beachten.
Informationen über die derzeit in Deutschland zugelassenen Impfstoffe sind der
Internetseite des Paul-Ehrlich-Instituts zu entnehmen: www.pei.de
6 bpt • impfempfehlungen
A. Impfempfehlungen Hund
Grundimmunisierung
Als Grundimmunisierungen von Welpengelten alle Impfungen in den ersten beiden Lebensjahren1
Im Alter von
8 Lebenswochen: Staupe, HCC*), Parvovirose**), Leptospirose
12 Lebenswochen: Staupe, HCC, Parvovirose, Leptospirose, Tollwut
16 Lebenswochen: Staupe, Parvovirose, Tollwut***)
15 Lebensmonaten: Staupe, HCC, Parvovirose, Leptospirose, Tollwut
In einem höheren Alter vorgestellte Tiereerhalten ihre Impfungen in denselben Abständen.
Ab einem Alter von 12 Lebenswochen ist eine zweimalige Impfung im Abstand von 3 – 4 Wochen,
gefolgt von einer weiteren Impfung nach 1 Jahr, für eine erfolgreiche Grundimmunisierung
ausreichend.
*) Die konsequente Impfung gegen Hepatitis contagiosa canis (HCC), verursacht durch canines Adenovirus Typ 1 (CAV-1), hat dazu geführt, dass diese Erkrankung in der westeuropäischen Hundepopulation nur noch sehr selten beobachtet wird. Eine Umfrage in Untersuchungslabors ergab, dass der Erreger nur sporadisch nachgewiesen werden konnte. Die auf dem Markt verfügbaren Impfstoffe enthalten als Impfvirus CAV-2, welches aufgrund seiner antigenetischen Verwandtschaft eine Kreuzimmunität gegenüber CAV-1 induziert. Eine ausreichende Schutzwirkung gegen HCC ist zu erwarten.CAV-2 selbst ist als Krankheitserreger hauptsächlich dem Zwingerhustenkomplex zuzuordnen. CAV-2 kann post vacc. ausgeschieden und auch auf ungeimpfte Tiere übertragen werden, allerdings ohne klinische Symptome zu verursachen
(s. Packungsbeilagen).
**) In gefährdeten Beständen ist eine zusätzliche Impfung im Alter von 6 Wochen empfehlenswert. Die weitere
Impfempfehlung wird dadurch nicht verändert.
***) Die im Alter von 16 Lebenswochen empfohlene 2. Impfung geht über die gesetzliche Anforderung hinaus, ist aber aus
immunologischen Aspekten sinnvoll.
1 Definition im Sinne der Deutschen Impfempfehlungen für die Kleintierpraxis; weicht z. T. von der Produktliteratur ab.
Wiederholungsimpfungen
Wiederholungsimpfungen sind alle Impfungen, die nach abgeschlossener Grundimmunisierung
erfolgen.
Tollwut:
In Deutschland gelten seit Änderung der Tollwutverordnung v. 20.12.2005 nunmehr die in den
Packungsbeilagen genannten Wiederholungsimpftermine.
Staupe, Parvovirose:
Wiederholungsimpfungen ab dem 2. Lebensjahr in dreijährigem Rhythmus sind nach derzeitigen
wissenschaftlichen Erkenntnissen ausreichend.
Canines Parvovirus (CPV) kann post vacc. ausgeschieden und auch auf ungeimpfte Tiere übertragen
werden, ohne klinische Symptome zu verursachen (s. Packungsbeilagen).
Leptospirose:
Jährliche Wiederholungsimpfungen (in Endemiegebieten häufiger) sind zu empfehlen.
Heute werden Erkrankungen vor allem durch die Serovare L. grippotyphosa, bratislava, pomona,
saxkoebing, sejroe und seltener L. australis ausgelöst, gegen die der Impfstoff in der Regel nicht
schützt, da diese Serovare nicht Bestandteile der in Deutschland zugelassenen Vakzinen sind.
Bei einigen zugelassenen Impfstoffen beruht der Impfschutz ausschließlich auf einer Reduktion
klinischer Symptome nach Infektion mit den Serovaren L. canicola und L. icterohaemorrhagiae,
nicht in einem Schutz vor Krankheit oder Infektion. Es kann zur Ausscheidung von Leptospiren-
Feldstämmen über den Urin geimpfter Hunde kommen.
Bordetella bronchiseptica
– Bei Hunden in Phasen mit erhöhter Infektionsgefahr (viel Kontakt zu Artgenossen z. B. in Welpengruppen, Tierpensionen, Tierheimen, auf dem Hundeplatz etc. oder bei Kontakt zu anderen für
Bordetella bronchiseptica (B. br.) empfänglichen Tierspezies wie Katzen).
– Die Impfung erfolgt mindestens 1 Woche vor einer zu erwartenden Exposition.
– Es sind zurzeit in Deutschland Lebendimpfstoffe zur intranasalen Applikation für B. bronchiseptica
sowie in Kombination mit caninem Parainfluenzavirus erhältlich. Die nachgewiesene
Wirksamkeit dieser Impfstoffe besteht in einer Reduktion der klinischen Symptomatik.
– Die Erstimpfung ist je nach Impfstoff ab einem Lebensalter von 2 bis 8 Wochen möglich.
– Während der zu erwartende Schutz gegen B. br. schon ca. 72 Stunden nach der Impfung eintritt,
ist der Beginn der Immunität gegen CPiV 3 Wochen nach der Impfung zu erwarten.
– Geimpfte Tiere können den B. br.-Impfstamm über mehrere Wochen und bei Verwendung von
Kombinationsimpfstoff auch den CPiV-Impfstamm über einige Tage post vacc. ausscheiden
(ohne klinische Relevanz).
Canines Parainfluenzavirus
– Bei Hunden in Phasen mit erhöhter Infektionsgefahr (viel Kontakt zu Artgenossen z. B. in Welpengruppen, Tierpensionen, Tierheimen, auf dem Hundeplatz)
– Die Impfung erfolgt 4 Wochen vor einer zu erwartenden Exposition.
– Parainfluenzaimpfantigen ist sowohl in Kombination mit Core-Komponenten als auch als monovalenter
Impfstoff zur subkutanen Applikation oder in Kombination mit B. br. zur intranasalen
Applikation erhältlich. Die nachgewiesene Wirksamkeit besteht in einer Reduktion der durch
canines Parainfluenzavirus (CPiV) verursachten klinischen Symptomatik und Virusausscheidung.
– Die Erstimpfung ist ab einem Alter von 8 Wochen möglich, gefolgt von einer zweiten Impfung
3 – 4 Wochen später.
– Geimpfte Tiere können den CPiV-Impfstamm nach intranasaler Applikation über einige Tage post
vacc. ausscheiden (ohne klinische Relevanz).
Borrelia burgdorferi sensu lato (Borreliose)
Der verfügbare Impfstoff enthält einen in Europa isolierten Stamm von Borrelia burgdorferi sensu
stricto. In Deutschland gibt es jedoch vorwiegend andere Borrelien-Spezies, gegen die keine ausreichend
schützende Kreuzimmunität induziert werden kann. Eine optimale Zeckenprophylaxe ist unerlässlich.
– Die Erstimpfung ist ab einem Alter von 12 Wochen möglich, gefolgt von einer zweiten Impfung
3 bis 5 Wochen später.
– Wiederholungsimpfung jährlich vor Beginn der Zeckensaison.
Eine serologische Untersuchung vor der Impfung ist anzuraten. Seronegative Tiere können geimpft
werden, seropositive nur nach strenger Indikation.
Canines Herpesvirus (CHV-1)
Die Seroprävalenz der caninen Herpesvirusinfektion liegt in deutschen Hundezuchten bei
20 – 30 Prozent. Die Seroprävalenz der CHV-1 Infektion korreliert in Hundezuchten mit dem
so genannten „Welpensterben“.
– Der verfügbare Subunit-Impfstoff wird entweder während der Läufigkeit oder 7 – 10 Tage nach
dem angenommenen Decktermin verabreicht, gefolgt von einer zweiten Impfung 1 – 2 Wochen
vor dem zu erwartenden Geburtstermin.
– Mortalität sowie klinische Erkrankungen durch das canine Herpesvirus werden bei den Welpen
geimpfter oder seropositiver Mütter in den ersten Lebenstagen verhindert.
Coronavirus
Es ist zur Zeit ein Kombinationsimpfstoff mit 7 Komponenten erhältlich, der neben den attenuierten
Staupe-, CAV-2-, CPV-, CPiV-2-Impfviren inaktivierte L. interrogans Serovare icterohaemorrhagiae
sowie canicola und inaktiviertes felines Coronavirus enthält. Nach derzeitigem wissenschaftlichen
Kenntnisstand ist der Einsatz dieses Impfstoffes nicht zu empfehlen.
- Welpen können ab einem Lebensalter von 6 Wochen geimpft werden. Die Welpen dürfen bei der
Zweitimpfung nicht jünger als 10 Wochen sein.
- Manche Welpen können schon im Mindestimpfalter von 6 Wochen aufgrund von maternalen
Antikörpern oder Feldvirusinfektionen Coronavirus-Antikörper-positiv sein. Die Impfung seropositiver
Tiere ist nutzlos.
- Über die Anwendung von Coronavirus enthaltenden Impfstoffen muss individuell entschieden
werden. Dies sollte nicht ohne flankierende Maßnahmen wie Hygiene- und Managementoptimierung
(z. B. in Tierheimen, -pensionen, verschiedentlich in Zuchten) geschehen.
Babesia canis
Es ist zurzeit ein Lyophilisat-Impfstoff zugelassen, der die Schwere der klinischen Symptome einer
durch Babesia canis verursachten akuten Babesiose sowie die damit verbundene Anämie reduziert.
Geimpfte Hunde, die mit anderen Babesien infiziert werden, können deutliche Krankheitsymptome
entwickeln und müssen behandelt werden.
- Nach einer Erstimpfung ab einem Alter von 6 Monaten, gefolgt von einer zweiten 3 – 6 Wochen
später, beträgt die Dauer der Immunität 6 Monate.
- Latent mit Babesien infizierte Tiere sollten vor der Impfung behandelt werden.
- Während des Impfzeitraumes ist das Expositionsrisiko gegenüber Zecken gering zu halten, da
interkurrente Babesien-Infektionen mit der Ausbildung einer schützenden Immunität interferieren.
- Eine optimale Zeckenprophylaxe ist unerlässlich.
Dermatophytose, Mikrosporie
Es sind zurzeit inaktivierte Impfstoffe zur intramuskulären und/oder subkutanen Applikation
(s. Packungsbeilagen) zugelassen, die entweder Mikrokonidien verschiedener Trichophyton- und
Mikrosporum-Pilzstämme oder ausschließlich Microsporum canis enthalten. Bei prophylaktischer
Anwendung kommt es zu einer Reduktion der durch die entsprechenden Pilzarten verursachten
klinischen Symptome. Bei therapeutischer Anwendung wird die Abheilung klinisch sichtbarer
Hautveränderungen beschleunigt.
- Die Dauer der Immunität variiert zwischen 9 Monaten und einem Jahr nach einer zweimaligen
Impfung im Abstand von 14 – 21 Tagen an wechselnden Körperseiten.
- Das Mindestimpfalter variiert zwischen 6 und 12 Wochen (s. Packungsbeilagen).
- Tiere, die sich zum Zeitpunkt der Impfung im Inkubationsstadium befinden, können erkranken.
Die Hautveränderungen heilen jedoch innerhalb von 2 – 4 Wochen nach der zweiten Impfung ab.
Tetanus
Es ist ein Toxoid-Impfstoff für den Hund zugelassen. Aufgrund der Seltenheit einer klinischen
Erkrankung wird eine Impfung nicht empfohlen.
Impfempfehlungen für Katzen
Rhinotracheitisvirus (Felines Herpesvirus), Felines Calicivirus, Felines Parvovirus (RCP)
Da in Deutschland eine Vielzahl von Katzen ausschließlich in Wohnungen gehalten werden, kann
auf eine generelle Definition des Tollwutvirusimpfantigens als Core-Komponente verzichtet werden.
Bei freilaufenden Katzen ist die Impfung jedoch unerlässlich.
Grundimmunisierung
Als Grundimmunisierungen von Welpen gelten alle Impfungen in den ersten beiden Lebensjahren.
Im Alter von
8 Lebenswochen: RCP
12 Lebenswochen: RCP, Tollwut bei Freigängern
16 Lebenswochen: RCP, Tollwut bei Freigängern*)
15 Lebensmonaten: RCP, Tollwut bei Freigängern
In einem höheren Alter vorgestellte Tiere erhalten ihre Impfungen in denselben Abständen. Ab
einem Alter von 12 Lebenswochen ist eine zweimalige Impfung im Abstand von 3 – 4 Wochen, gefolgt
von einer weiteren Impfung nach 1 Jahr, für eine erfolgreiche Grundimmunisierung ausreichend.
*) Die im Alter von 16 Lebenswochen empfohlene 2. Impfung geht über die gesetzliche Anforderung hinaus, ist aber aus immunologischen Aspekten sinnvoll.
Wiederholungsimpfungen
Wiederholungsimpfungen sind alle Impfungen, die nach abgeschlossener Grundimmunisierung
erfolgen.
Tollwut:
In Deutschland gelten seit Änderung der Tollwutverordnung v. 20.12.2005 nunmehr die in den
Packungsbeilagen genannten Wiederholungsimpftermine.
RCP:
Für die Mehrzahl der in Deutschland zugelassenen Kombinationsprodukte sind jährliche
Wiederholungsimpfungen empfohlen.
Für die Panleukopenie-Komponente sind Wiederholungsimpfungen im Abstand von 3 Jahren,
für die Rhinotracheitis- und Calicivirus-Komponente im Abstand von 2 Jahren ausreichend.
Das Parvovirus-Impfantigen kann nach der Impfung ausgeschieden und übertragen werden,
verursacht aber keine klinischen Symptome.
Felines Leukämie-Virus (FeLV):
Es sind in Deutschland inaktivierte, adjuvantierte Impfstoffe sowie eine FeLV-Vektorvakzine ohne
Adjuvans zugelassen, die als monovalente Impfstoffe und in Kombination mit den Core-Komponenten
zur Verfügung stehen. Die Impfung ist vor allem bei hohem Expositionsrisiko (Freiläufer, Kontakt zu
Katzen mit unbekanntem Status etc.) zu empfehlen. Bei unbekanntem Immunstatus ist ein FeLVAntigentest durchzuführen: FeLV-positive Katzen sind nicht zu impfen, da eine Impfung während der
Virämiephase unwirksam ist. Das Mindestimpfalter liegt i. d. R. bei 8 Wochen. Zwei Injektionen im
Abstand von 3 – 4 Wochen sind erforderlich; die jährliche Revakzination wird empfohlen. Bei alten
Tieren muss die Notwendigkeit einer Impfung individuell entschieden werden.
Feline infektiöse Peritonitis (FIP), Felines Coronavirus (FCoV):
Es ist ein intranasal zu applizierender Lebendimpfstoff gegen die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP)
zugelassen.
- Das Mindestimpfalter der Katzen beträgt 16 Wochen.
Die Tiere erhalten zwei Impfungen im Abstand von drei Wochen.
- Die Dauer des Impfschutzes ist nicht bekannt. Jährliche Wiederholungsimpfungen werden vom
Hersteller empfohlen.
- Die Impfung ist nur bei FCoV seronegativen Katzen und Katzen mit einem niedrigen FCoV-Titer
(< 100, getestet im Immunfluoreszenztest) sinnvoll.
Bordetella bronchiseptica
– Bei Katzen mit viel Kontakt zu Artgenossen (Tierpensionen, Tierheimen, Katzenzuchten) oder bei
Kontakt zu anderen für Bordetella bronchiseptica (B. br.) empfänglichen Tierspezies wie Hunden.
– Die Impfung erfolgt mindestens 1 Woche vor einer zu erwartenden Exposition.
– Es ist zurzeit in Deutschland ausschließlich ein monovalenter Lebendimpfstoff zur intranasalen
Applikation erhältlich. Die zugelassene Indikation dieses Impfstoffs besteht in einer Reduktion der
durch B. br. verursachten klinischen Symptomatik.
– Die Dauer der Immunität beträgt ein Jahr.
– Geimpfte Katzen können den B. br.-Impfstamm oder Feldstämme über einen längeren Zeitraum
ausscheiden (ohne klinische Relevanz).
– Mindestimpfalter: 1 Monat.
Chlamydophila felis (Chl. felis)
Es sind derzeit sowohl Impfstoffe in Deutschland zugelassen, die inaktivierte Chl. felis-Stämme in
Kombination mit anderen Impfantigenen wie felines Herpes-, Calici- und Parvovirus sowie dem felinen
Leukämievirus, als auch attenuierte Varianten (Lebendimpfstoff) enthalten. Letztere gibt es als
Chl. felis Impfantigen in einer Produktpalette in verschiedenen Kombinationen.
- Die zugelassene Indikation besteht in einer Reduzierung der durch Chl. felis verursachten
klinischen Symptomatik.
- Die erste Impfung von Katzen kann ab einem Alter von 8 oder 9 Wochen (s. Packungsbeilage)
erfolgen, gefolgt von einer zweiten 3 - 4 Wochen später.
- Die Dauer des Impfschutzes beträgt ein Jahr.
Dermatophytose, Mikrosporie
Es sind zurzeit inaktivierte Impfstoffe zur intramuskulären und/oder subkutanen Applikation
(s. Packungsbeilagen) zugelassen, die entweder Mikrokonidien verschiedener Trichophyton- und
Mikrosporum-Pilzstämme oder ausschließlich Microsporum canis enthalten. Bei prophylaktischer
Anwendung kommt es zu einer Reduktion der durch die entsprechenden Pilzarten verursachten
klinischen Symptome. Bei therapeutischer Anwendung wird die Abheilung klinisch sichtbarer
Hautveränderungen beschleunigt.
- Die Dauer der Immunität variiert zwischen 9 Monaten und einem Jahr (s. Packungsbeilagen) nach
einer zweimaligen Impfung im Abstand von 14 Tagen an wechselnden Körperseiten.
- Das Mindestimpfalter variiert zwischen 10 und 12 Wochen (s. Packungsbeilagen).
- Tiere, die sich zum Zeitpunkt der Impfung im Inkubationsstadium befinden, können erkranken.
Die Hautveränderungen heilen jedoch innerhalb von 2 – 4 Wochen nach der zweiten Impfung ab.
Impfempfehlung Frettchen
Tollwut:
Aus immunologischen Gründen ist eine zweimalige Tollwut-Grundimmunisierung zu empfehlen.
Wiederholungsimpfungen: 1x jährlich bei Freigängern, Mindestimpfalter: 3 Monate.
(Hinweis: Nur für Frettchen zugelassene Impfstoffe*).
Staupe:
1x jährlich nur für Frettchen zugelassene Impfstoffe*)
Mindestimpfalter: 10 Wochen.
Bei einer Impfung von Tieren jünger als 10 Wochen ist eine Wiederholungsimpfung
4 – 6 Wochen später erforderlich.
*) s. Internetseite des Paul-Ehrlich-Instituts (www.pei.de).
Tollwut:
Aus immunologischen Gründen ist eine zweimalige Tollwut-Grundimmunisierung zu empfehlen.
Wiederholungsimpfungen: 1x jährlich bei Freigängern, Mindestimpfalter: 3 Monate.
(Hinweis: Nur für Frettchen zugelassene Impfstoffe*).
Staupe:
1x jährlich nur für Frettchen zugelassene Impfstoffe*)
Mindestimpfalter: 10 Wochen.
Bei einer Impfung von Tieren jünger als 10 Wochen ist eine Wiederholungsimpfung
4 – 6 Wochen später erforderlich.
*) s. Internetseite des Paul-Ehrlich-Instituts (www.pei.de).
Impfempfehlung Kaninchen
Myxomatosevirus und Rabbit-Haemorrhagic-Disease-Virus (RHD)
Grundimmunisierung
Im Alter von 4 – 6 Wochen: Myxomatose, RHD
4 Wochen später: Myxomatose, RHD
Grundimmunisierung
Im Alter von 4 – 6 Wochen: Myxomatose, RHD
4 Wochen später: Myxomatose, RHD
Wiederholungsimpfungen
alle 6 Monate: Myxomatose (in Endemiegebieten u. U. alle 4 Monate)
alle 12 Monate: RHD (Häsinnen in intensiver Zuchtnutzung sollten in kürzeren Intervallen -
alle 6 Monate - geimpft werden.)
Pasteurella multocida / Bordetella bronchiseptica
– Vor allem als Bestandsimpfung in Kaninchenzuchten.
– Es ist zurzeit in Deutschland ausschließlich ein inaktivierter P. multocida und B. bronchiseptica-
Kombinationsimpfstoff erhältlich, der subkutan verabreicht wird (enthält P. m. Serovar A, P. m.
Serovar D-Toxoid und B. br.).
– Indikation: Durch regelmäßige Wiederholungsimpfungen soll in Verbindung mit geeigneten
veterinärhygienischen Maßnahmen eine Reduktion des Infektionsdrucks im Bestand erzielt werden.
– Grundimmunisierung: 2 x im Abstand von 14 Tagen ab dem 28. Lebenstag
– Wiederholungsimmunisierung: Alle 6 Monate; bei intensiv zur Zucht genutzten Häsinnen
mindestens vor jeder 2. Trächtigkeit.
Anhang (Erklärungen zu den Krankheiten)
bpt • impfempfehlungen 15
Fachinformationen zu den
einzelnen Infektionskrankheiten
16 bpt • impfempfehlungen
Borreliose
Synonyme: Lyme disease, Lyme-Arthritis, Bannwarth-Syndrom (Msch), Garin-Bujadoux-Bannwarth
(Msch), Bells Palsy (Msch), Lymphadenosis cutis benigna Bäfverstedt (Borrelien-Lymphozytom) (Msch)
Ätiologie
Die Lyme-Borreliose wird durch Borrelia burgdorferi sensu lato (Bakterien, Spirochäten) verursacht.
Dieser Komplex umfasst weltweit 12 Spezies: B. burgdorferi sensu stricto (Bbss), B. afzelii (Ba),
B. garinii (Bg), B. valaisiana (Bv), B. lusitaniae (Bl), B. spielmanii (Bs), B. japonica, B. andersonii,
B. tanukii, B. turdi, B. bissettii (Bbis), B. sinica. Die Spezies Bbss, Ba und Bg sind für den Menschen
pathogen. Bv und Bl wurden vereinzelt in Geweben von erkrankten Patienten nachgewiesen. Im veterinärmedizinischen
Bereich wurde bisher nur die Pathogenität von Bbss experimentell im Hund bestätigt.
Ähnliche Studien für die anderen Borrelienspezies fehlen; jedoch ist mit einer Virulenz dieser
Erreger für veterinärmedizinisch relevante Wirtsspezies zu rechnen.
Epidemiologie
Die Lyme-Borreliose wird auf der nördlichen Hemisphäre beobachtet. Für die Übertragung der Erreger
auf Säugetiere und Vögel sind Schildzecken der Gattung Ixodes, in Deutschland der gemeine Holzbock
(I. ricinus) notwendig. Im Laufe ihrer Entwicklung können Zeckenlarven bzw. -nymphen während des
Saugaktes an Kleinsäugern (z. B. Mäuse) Borrelien aufnehmen, die dann sowohl im Nymphen- und
Imagostadium an neue Wirte weitergegeben werden. Larven sind nach dem Schlupf aus dem Ei nicht
infiziert. Die Übertragung der Borrelien von der Zecke auf den Wirt erfolgt in der Regel erst ca. 24
Stunden nach Beginn der Blutmahlzeit.
Die in Zecken beobachtete Prävalenz der verschiedenen Borrelienspezies ist in Deutschland/Europa
starken regionalen und jahreszeitlichen Schwankungen unterworfen und beträgt zwischen 5 % und
35 %. Aus mehreren Untersuchungen geht hervor, dass die Borrelienpopulation in Deutschland aus
ca. 40 % - 70 % Bg, 5 % - 35 % Ba, 10 – 25 % Bv und 10 % - 25 % Bbss zusammengesetzt ist.
Bl, Bs und Bbis kommen selten vor. Mischinfektionen der Zecken mit verschiedenen Borrelienspezies
sind möglich.
In Leipzig durchgeführte Untersuchungen mit validierten Methoden haben ergeben, dass regional
abhängig ca. 5 % – 20 % der Hunde IgG-Antikörper gegen Erreger der Lyme-Borreliose tragen. Nur
ein geringer Teil der seropositiven Hunde zeigt nach bisherigen Erkenntnissen auffällige klinische
Veränderungen einer Lyme-Borreliose.
Pathogenese
Mit Beginn der Blutmahlzeit beginnen Borrelien in der Zecke zu wandern. Vom Darm der Zecke
bewegen sich die Borrelien zu dessen Speicheldrüse. Auf dem Weg dorthin wird die Produktion des
Oberflächenproteins A (OspA) in den Bakterien eingestellt und dessen Expression durch das neu
synthetisierte Protein OspC ersetzt. Experimentelle Studien weisen darauf hin, dass sich die Erreger im
Verlauf mehrerer Wochen von der Eintrittsstelle in alle Richtungen durch Migration im Gewebe aktiv
ausbreiten und dabei nur gelegentlich in die Blutbahn gelangen. Der massive Anstieg der Erregerzahl
in Geweben in Kombination mit der humoralen und zellulären Abwehr des Wirtes führt zu
Entzündungsreaktionen, die in einigen Fällen zu klinisch erkennbaren Veränderungen führen.
A. Hund A. Hund
bpt • impfempfehlungen 17
Klinik
Beim Menschen sind drei klinische Stadien bekannt. Stadium I entwickelt sich Tage bis Wochen nach
der Infektion und ist gekennzeichnet durch die Wanderröte um die Zeckenstichstelle (Erythema
migrans), Schwellung des regional entsorgenden Lymphknotens, grippeähnliche Symptome mit Fieber
und zum Teil durch Muskel- und Gliederschmerzen. Stadium II entwickelt sich bei einzelnen Patienten
Wochen bis Monate später. Kennzeichen können sein die akute Arthritis großer Gelenke,
Meningoencephalitis, Perineuritis, Carditis, Pericarditis oder Lymphozytom. Wenige infizierte
Individuen entwickeln im Verlauf von Monaten bis Jahren das Stadium III, gekennzeichnet durch
chronische Gelenks-, Nerven- oder Hautveränderungen (Acrodermatitis chronica atrophicans).
Beim Hund ist experimentell nur die akute Arthritis eingehend beschrieben und belegt. Einzelne
Fallberichte zu kardialen und neurologischen Veränderungen liegen zwar vor; ein kausaler
Zusammenhang wurde nicht erbracht. Bei einigen Hunderassen (Berner Sennehund in Europa, Golden
Retriever in USA) wurden Glomerulonephritiden beobachtet, wobei Immunkomplexe mit spezifischen
Borrelienantigenen, aber keine kompletten Erreger in den Nieren nachgewiesen werden konnten.
Diagnose
Sowohl der Antikörper als auch der direkte Erregernachweis sind im Falle der Lyme-Borreliose möglich.
Mit dem derzeitigen Kenntnisstand hinsichtlich der Methodenentwicklung ist nur der Antikörpernachweis
zu empfehlen.
Die in Speziallaboratorien am häufigsten angewendete und gleichzeitig aussagekräftigste Methode ist
das Zweistufen-Test-System. Serumproben werden mit einer sensitiven und kostengünstigen Methode
(ELISA, IFAT) auf das Vorhandensein von IgG-Antikörpern voruntersucht. Negative Proben werden mit
sehr hoher Spezifität als solche erkannt. Positive und vor allem schwach-positive Proben müssen mit
einem aufwendigen, aber aussagekräftigeren Immunoblot (Western-Blot) nachuntersucht werden.
Diese Untersuchung erlaubt die Identifizierung falsch-positiv eingestufter ELISA-Ergebnisse und die
Differenzierung von infizierten, geimpften und unter Umständen infiziert + geimpften Tieren.
Schnelltests sind für den Praxisgebrauch erhältlich. Mit der Ausnahme der auf C6 oder VlsE basierenden
Tests erlaubt die Mehrzahl dieser Methoden zurzeit jedoch nicht die Unterscheidung von
infizierten und geimpften Hunden.
Der direkte Erregernachweis ist mittels der PCR oder der Kultur möglich. Die höchste Erfolgsrate ist
mit Hautproben um die Zeckenstichstelle kurz nach der Infektion zu erwarten. Unter Feldbedingen
sind die Erfolgsaussichten für einen direkten Erregernachweis dennoch gering, da die, die Infektion
auslösende Zeckenstichstelle meist nicht bekannt ist. Gewebeflüssigkeiten (Blut, Synovialflüssigkeit,
Urin) sind auf Grund des seltenen Erregervorkommens nicht geeignet.
Für die vermeintliche Diagnose Lyme-Borreliose sollten vier Kriterien erfüllt werden (in Ahnlehnung an
den Consensus der ACVIM 2006):
1. Das Tier muss eine Zeckenexposition erfahren haben.
2. Die klinischen Veränderungen sollen mit dem beschrieben Bild der Lyme-Borreliose vereinbar
sein und alle anderen differentialdiagnostisch möglichen Erkrankungen können ausgeschlossen
werden.
3. Die serologische Untersuchung unterstützt den klinischen Befund.
4. Der Patient reagiert innerhalb weniger Tage auf die Therapie mit Antibiotika.
Fachinformationen Hund
18 bpt • impfempfehlungen
Behandlung
Borrelien sind gegenüber einem breiten Spektrum von Antibiotika sensitiv. Die Behandlung erfolgt
üblicherweise mit Doxycyclin (z. B. 10 mg/kg, p. o., 2 x tgl.). Penicilline (z. B. Amoxicillin, 20 mg/kg,
p. o., 2 x tgl.) und einzelne Makrolide (z. B. Azythromycin 10 mg/kg, p. o., 1 x tgl.) sind ebenfalls
wirksam.
Prophylaxe
Die Vorbeuge sollte auf mehreren Ansätzen gleichzeitig beruhen:
1. Die tägliche mechanische Entfernung der Zecken ist sinnvoll, um den Infektionsdruck zu
reduzieren.
2. Die Anwendung von akariziden bzw. repellierenden Substanzen auf der Haut des Wirtes sollte
besonders forciert werden. Hierbei ist zu beachten, dass - im Unterschied zu Insekten - Zecken
(Spinnentiere) mit einer zeitlichen Verzögerung regieren und nach Aufnahme der Stoffe später
absterben (nach den ersten 12 - 24 Stunden).
3. Die Impfung des Hundes entfaltet seine Wirkung in der Zecke. Antikörper gegen das OspA
werden während des Saugaktes der Zecke aufgenommen, binden im Darm der Zecke an dort vorhandene
Borrelien, die OspA auf ihrer Oberfläche exprimiert haben, und verhindern somit deren
Wanderung. Hohe Impfantikörperspiegel im Wirt sind deshalb Grundvoraussetzung, damit ein
protektiver Effekt in der Zecke erzielt werden kann. Antikörper gegen OspA zeigen eine geringe
Kreuzreaktivität und verleihen keinen Schutz gegen heterologe Borrelienspezies. Auch wird eine
bereits etablierte Infektion des Wirtes durch die Impfung nicht (rekombinante OspA-Vakzine) oder
kaum (Lysat/ Vollantigenimpfstoffe) beeinflusst und kann zu diesem Zeitpunkt nur die Infektion
mit zusätzlichen Erregern verhindern. Eine Impfung infizierter Hunde ist deshalb derzeit nicht zu
empfehlen. Hunde, von denen anzunehmen ist, dass sie Kontakt mit Zecken hatten, sollten vor der
Impfung mittels Antikörpernachweis auf eine eventuelle Infektion hin untersucht werden.
PD Dr. Reinhard Straubinger / Prof. Dr. Katrin Hartmann
Empfohlene Literatur:
1. Greene, C. E. and R. K. Straubinger. Borreliosis, p. 417-435. In C. E. Greene, Infectious Diseases of
the Dog and Cat. 3. Auflage (2006) Saunders Elsevier, St. Louis.
2. Littman, M. P., R. E. Goldstein, M. A. Labato, M. R. Lappin, and G. E. Moore. ACVIM small animal
consensus statement on Lyme disease in dogs: diagnosis, treatment, and prevention. (2006) J. Vet.
Intern. Med. 20:422-434.
3. Sigal, L. H., J. M. Zahradnik, P. Lavin, S. J. Patella, G. Bryant, R. Haselby, E. Hilton, M. Kunkel, D.
Adler-Klein, T. Doherty, J. Evans, S. E. Malawista, and Recombinant Outer-Surface Protein A Lyme
Disease Vaccine Study Consortium. A vaccine consisting of recombinant Borrelia burgdorferi
outer-surface protein A to prevent Lyme disease. N. Engl. J. Med. (1998) 339:216-222.
4. Steere, A. C., V. K. Sikand, F. Meurice, D. L. Parenti, E. Fikrig, R. T. Schoen, J. Nowakowski, C. H.
Schmid, S. Laukamp, C. Buscarino, D. S. Krause, and Lyme Disease Vaccine Study Group.
Vaccination against Lyme disease with recombinant Borrelia burgdorferi outer-surface
lipoprotein A with adjuvant. N. Engl. J. Med. (1998) 339:209-215.
bpt • impfempfehlungen 19
Canines Coronavirus (CCV)
Das canine Coronavirus (CCV) kann eine Darmentzündung bei Hunden verursachen. Das Virus ist in
den Hundepopulationen weit verbreitet und verursacht eine nur milde Erkrankung. Seine Bedeutung
als Krankheitserreger ist daher gering. Im Gegensatz zum caninen Parvovirus kommt es nicht oder nur
sehr selten zu Todesfällen. Das canine Coronavirus ist einem wichtigen Virus der Katze, dem der felinen
infektiösen Peritonitis (FIP-Virus), sehr ähnlich. Jüngere Erkenntnisse haben gezeigt, dass einige
Isolate des felinen infektiösen Peritonitis-Virus tatsächlich Rekombinante aus dem caninen
Coronavirus und dem felinen Coronavirus darstellen. Dieser Befund sowie die enge serologische
Verwandtschaft zwischen den Coronaviren des Schweines, des Hundes und der Katze deuten auf eine
Übertragung zwischen diesen Tierarten hin.
Die Infektion der Hunde erfolgt durch Kontakt mit dem Kot infizierter Tiere. Dabei spielt sicher der
direkte Kontakt zwischen Hunden (wie das Beschnuppern) eine große Rolle, da das canine Coronavirus
in der Umwelt schnell zugrunde geht. Die Infektion scheint sich auf die Darmzellen zu beschränken,
ohne dass es zu einer generellen Ausbreitung des Virus im Rahmen einer Virämie kommt. Klinisch steht
daher eine in aller Regel milde, nicht-hämorrhagische Diarrhöe im Vordergrund, die auf eine symptomatische
Therapie (Flüssigkeitsersatz, Verabreichung von Antibiotika) gut anspricht. Das Virus wird von
erkrankten und nicht erkrankten Tieren über den Kot ausgeschieden. Die Dauer der Ausscheidung ist in
der Regel kürzer als zwei Wochen. Ein positiver Virusnachweis bedeutet nicht zwangsläufig eine
ursächliche Beteiligung des Virus an der Erkrankung, da das CCV weit verbreitet ist, und langanhaltende
Infektionen ohne Krankheitssymptome nicht selten zu sein scheinen. In jüngster Zeit sind systemische,
tödlich verlaufende Infektionen mit einem Coronavirus des Hundes aus Italien berichtet worden.
Es bleibt abzuwarten, ob diese Form eine klinische Relevanz auch in anderen Ländern Europas erreicht.
Ein Impfstoff ist in Deutschland in Form einer Kombinantionsvakzine mit einer inaktivierten felinen
Coronaviruskomponente verfügbar. Der parenterale Einsatz einer inaktivierten Vakzine bei einer lokalen
Infektion des Darmes scheint wenig effizient. Aufgrund der geringen klinischen Relevanz dieser
Infektion ist eine routinemäßige Impfung sicher nicht notwendig.
Prof. Dr. Uwe Truyen
Canines Herpesvirus (CHV)
Als der wichtigste Erreger von Fruchtbarkeitsstörungen des Hundes gilt das canine Herpesvirus. Das
Virus ist assoziiert mit dem so genannten Welpensterben und mit Fruchtbarkeitsstörungen der Hündin.
Erkrankungen des Rüden werden nicht gesehen, seine Rolle in der Epidemiologie dieser Erkrankung ist
unklar.
Das klinische Bild der CHV-Infektion ist abhängig vom Zeitpunkt der Infektion der Föten beziehungsweise
der Welpen. Obwohl eine intrauterine Infektion mit nachfolgendem Abort möglich ist, stellt die
Infektion der Welpen in der ersten Lebenswoche das häufigste Ereignis dar. Entscheidend ist auch hier
die besondere Epidemiologie von Herpesvirusinfektionen. Das Virus etabliert in einem infizierten Hund
eine lebenslange, so genannte latente Infektion, in deren Verlauf es schubweise ausgeschieden werden
kann. Als Orte der Latenz sind beim CHV Nervenzellen der Trigeminal- und Sakralganglien identifiziert
worden. Während dieser Phase ist die Virusvermehrung unterbrochen, auf einen Reiz (Stress, Geburt
oder andere) hin kann die Vermehrung wieder anlaufen. Dabei breitet sich das CHV zu den Schleimhäuten
der Geburtswege und des Nasen-Rachenraumes aus, und es kommt zur Virusausscheidung.
Klinisch sind die Geburt lebensschwacher Welpen und ein plötzliches Welpensterben die häufigsten
Hinweise auf eine CHV-Infektion. Eine Erkrankung des Muttertieres ist selten und nur bei jungen
Hündinnen oder Erstinfektionen wahrscheinlich.
Fachinformationen Hund
Die Bekämpfung der CHV-Infektion erfolgt durch Maßnahmen, die eine Erkrankung der Welpen
während der ersten Lebenstage vermeidet. Durch Gewährleistung einer Temperatur von 38° C in
den Wurfboxen („Hot Dogs“) kann zwar eine Infektion der Welpen nicht verhindert werden, die
Vermehrung des Virus ist aber soweit gedrosselt, dass es keine Krankheit mehr verursachen kann.
Eine Impfung gegen die CHV-Infektion ist in Form einer Subunit-Vakzine möglich. Durch Impfung
gefährdeter Hündinnen vor der Geburt kann die Wahrscheinlichkeit einer Infektion der Welpen
gesenkt werden. Die Welpen sind dann in den ersten Tagen durch maternale Antikörper geschützt.
Prof. Dr. Uwe Truyen
Canines Parvovirus (CPV)
Das canine Parvovirus (CPV), ist ein Beispiel für ein, in jüngster Zeit neu entstandenes Virus.
Man nimmt heute an, dass es durch einige wenige Mutationen in den 1970er Jahren aus dem lange
bekannten Katzenseuche-Virus der Katze, dem felinen Panleukopenie-Virus (FPV), entstanden ist.
Seit seiner Entstehung vor etwa 25 Jahren hat sich das Virus verändert, und es kam zum Auftreten so
genannter neuer ‘antigener Typen’ des CPV, die als CPV-2a und CPV-2b bezeichnet werden. Biologisch
ist von großer Bedeutung, dass die neuen Typen ein erweitertes Wirtsspektrum aufweisen. Während
der ursprüngliche Typ CPV-2 nur den Hund infizierte, können die neuen Typen Hund und Katze infizieren,
bei beiden eine Krankheit verursachen und zwischen diesen Tierarten übertragen werden.
Die neuen Typen haben mittlerweile den alten Typ weltweit vollständig verdrängt, sodass wir in aller
Konsequenz davon ausgehen müssen, dass ein Parvovirus-infizierter Hund eine Infektionsquelle für
eine ungeschützte Katze darstellt, und dementsprechend eine Parvovirus-infizierte Katze eine Gefahr
für den Hund sein kann. Alle Virustypen sind sich jedoch noch so ähnlich, dass eine Impfung mit dem
ursprünglichen Typ CPV-2 gegen alle Typen schützt.
CPV wird in großer Menge mit dem Kot erkrankter Tiere ausgeschieden. Ein Gramm Fäzes kann dabei
eine Virusmenge enthalten, die für die Infektion von einer Million Hunde ausreichen würde. Darüber
hinaus ist das Virus außerordentlich widerstandsfähig und bleibt über Wochen und Monate in der
Umwelt infektiös. Diese beiden Faktoren führen dazu, dass in einem betroffenen Zwinger schnell ein
hoher Infektionsdruck aufgebaut wird und die Einschleppung des Virus in einen Zwinger zudem sehr
leicht über verschmutzte Kleidung oder Schuhsohlen, zum Beispiel von Besuchern, erfolgen kann,
ohne dass ein direkter Kontakt mit einem infizierten Hund stattgefunden hat. Die Infektion eines
reinen Wohnungshundes durch den Besitzer oder Besucher ist daher leicht möglich.
Gegen die Parvovirose sind Impfstoffe verfügbar, die wirksam vor einer Infektion schützen.
Obwohl grundsätzlich inaktivierte Vakzinen und Lebendimpfstoffe verfügbar sind, konnten sich
nur die Lebendimpfstoffe auf dem Markt durchsetzen.
Ein wichtiges Problem bei der Grundimmunisierung gegen die Parvovirose stellt das Problem der so
genannten “immunologischen Lücke“ dar. Dies ist eine etwas unglücklich gewählte Bezeichnung für
den Zeitraum in den ersten Lebenswochen der Welpen, in dem sie besonders anfällig für eine Infektion
sind. Irreführend ist dieser Begriff deshalb, da die Welpen zum Zeitpunkt der Geburt bereits ein voll
entwickeltes Immunsystem haben, das “lückenlos“ arbeitet. Die daher besser als „kritische Phase“ zu
bezeichnende Zeitspanne ist die Phase, in der der Welpe die maternalen Antikörper so weit abgebaut
hat, dass sie ihn nicht mehr vor einer Infektion schützen können. Diese geringe Restmenge an
Antikörpern kann aber trotzdem noch die Impfung stören. Der richtige Zeitpunkt der Impfung hängt
also entscheidend von der Höhe der mit der Muttermilch aufgenommenen Antikörper ab, und eine
20 bpt • impfempfehlungen
bpt • impfempfehlungen 21
Immunantwort der Welpen nach Impfung mit herkömmlichen Vakzinen ist praktisch erst mit dem
Verschwinden der maternalen Antikörper möglich. Im Idealfall ließe sich also ein individuelles
Impfschema erstellen, nachdem der optimale Impfzeitpunkt für den Welpen errechnet wurde. Dies ist
jedoch in den seltensten Fällen praktikabel, deshalb wird hauptsächlich ein empirisches Impfschema
angewendet. Eine erfolgreiche Impfung induziert einen langjährigen Schutz.
Die Parvovirose ist in Deutschland durch die regelmäßige Impfung gut kontrolliert. In Zuchten, die
nicht regelmäßig impfen (Massenzuchten in Osteuropa) kommen Parvovirusinfektionen dagegen
häufig vor. Hunde sollten jederzeit einen Impfschutz aufweisen, bei hoher zu erwartender Exposition
(Reisen) ist eine Wiederholungsimpfung angezeigt. Zuchthündinnen sollen hohe maternale Antikörpertiter
an die Welpen weitergeben und verlangen daher eine optimierte Immunität, ggf. durch
Wiederholungsimpfungen vor dem Belegen.
Es besteht die Möglichkeit, Parvovirusantikörper in verschiedenen Testsystemen zu bestimmen. Dies
kann gegebenenfalls zur Entscheidung über die Notwendigkeit einer Wiederholungsimpfung herangezogen
werden.
Prof. Dr. Uwe Truyen
Hepatitis contagiosa canis (Hcc)
Das canine Adenovirus 1 (CAV-1) verursacht beim Hund das Bild einer ansteckenden Leberentzündung.
Diese Infektionskrankheit ist ein gutes Beispiel für eine erfolgreiche Bekämpfung, denn heute ist
dieses Virus praktisch aus den Hundepopulationen verschwunden. Das klinische Bild wird nunmehr nur
noch sehr selten gesehen, das Virus noch seltener nachgewiesen. Diese niedrige Nachweisrate ist
möglicherweise die Folge der konsequenten Vakzinierung, da ein Großteil der Hunde in Deutschland
regelmäßig gegen die Hcc geimpft wird und daher vor einer Infektion geschützt ist. Das CAV-1 konnte
sich in einer so gut geschützten Population offensichtlich nicht halten. In den Ländern Osteuropas ist
dieses Virus noch verbreitet.
Das Krankheitsbild der Hcc wird durch die Schädigung der Zielzellen bestimmt. Dies sind vor allem die
Leberzellen, Immunzellen und auskleidenden (Endothel-)Zellen der Gefäße und der Nieren. Im Laufe
der Erkrankung kommt es zur Infektion dieser Zellen und zu Symptomen einer Leberschädigung, wie
Gelbsucht und Durchfall, selten auch zu Gehirnentzündungen (Enzephalitis und Hepatoenzephalopathie).
Nach Infektion der Nieren wird das Virus monatelang mit dem Urin ausgeschieden. Aufgrund
des breiten Spektrums der betroffenen Organe ist das Krankheitsbild wenig einheitlich.
Es ist aber auch eine wirksame Immunprophylaxe verfügbar. Die Impfstoffe enthalten dabei ein
anderes, sehr nah verwandtes Virus, das canine Adenovirus 2 (CAV-2). Das CAV-2-Virus infiziert
nur die Gewebe des Atmungstraktes. Impfstämme dieses Virus verursachen keine krankhaften
Veränderungen mehr, rufen aber eine Immunantwort hervor, die gleichzeitig sehr gut gegen die
Infektion mit dem CAV-1 und damit gegen die Hcc schützt.
Prof. Dr. Uwe Truyen
Fachinformationen Hund
22 bpt • impfempfehlungen
Leptospirose
Synonyme: Stuttgarter Hundeseuche, Weil’sche Krankheit
Ätiologie
Leptospirose, eine durch Spirochäten der Gattung Leptospira verursachte Infektionskrankheit, ist eine
Zoonose mit weltweiter Bedeutung. Leptospiren können in Wildtieren (Reservoirwirte) persistieren
und, von diesen ausgeschieden, die Umwelt kontaminieren. Mehr als 200 verschiedenen „Serovare“ von
Leptospiren sind inzwischen beschrieben, ihre pathogenetische Bedeutung ist bei den meisten Serovaren
nicht bekannt. Leptospiren sind dünne, bewegliche, fadenförmige Bakterien, die schraubenartig gewunden
sind und hakenförmige Enden besitzen. Durch krümmende und beugende Bewegungen und gleichzeitige
Rotation um die eigene Achse können sie sich fortbewegen, sind also in der Lage, sich selbst
aktiv im Körper auszubreiten.
Epidemiologie
Leptospirose kommt bei vielen Tierarten und bei Menschen vor. Die Prävalenz der klinisch manifesten
Leptospirose bei Katzen ist gering, auch wenn Antikörper gegen Leptospiren in der Katzenpopulation
vorkommen. Die meisten humanen Leptospirose-Fälle treten in feucht-warmen Gebieten der Erde auf,
vor allem bei Menschen, die viel mit Wasser zu tun haben, sei es beruflich oder in der Freizeit. Bei
manchen Ausbrüchen tritt eine gleichzeitige Ansteckung von Menschen und Hunden auf. Es gibt
jedoch auch immer wieder Fälle von Leptospirose bei Tierärzten oder Tiermedizin-Studierenden.
Kontakt mit Urin von infizierten Hunden kann die Krankheit hervorrufen, wenn er auf Schleimhäute
oder Hautläsionen gelangt.
Canine Leptospirose wurde erstmals 1899 beschrieben. Auch heute noch ist die Leptospirose bei
Hunden weit verbreitet und ihre Bedeutung für die Praxis wird wahrscheinlich unterschätzt, da viele
Fälle nicht diagnostiziert werden. Berichte von Leptospirose bei der Katze sind selten. Früher wurden
die meisten Krankheiten beim Hund durch die Serovare icterohaemorrhagiae und canicola verursacht.
Seit dem weiten Einsatz einer bivalenten, Serovar-spezifischen Vakzine gegen icterohaemorrhagiae
und canicola nahm die Inzidenz dieser Infektionen merklich ab. Allerdings führen diese Impfstoffe zu
keiner Immunität gegen die anderen Serovare, weswegen die Inzidenz von Krankheiten, die durch
andere Serovare verursacht wurden, mittlerweile deutlich angestiegen ist. Viele Serovare können eine
„klassische Leptospirose“ verursachen; anhand der klinischen Symptome kann nicht unterschieden
werden, mit welchem Serovar ein Hund infiziert ist. Im deutschsprachigem Raum werden bei Hunden
mit Leptospirose mittlerweile am häufigsten die Serovare grippotyphosa, bratislava, saxkoebing,
sejroe, seltener australis und pomona gefunden. Auch icterohaemorrhagiae und canicola können
jedoch nach wie vor (wenn auch selten) bei nicht geimpften Hunden auftreten.
Pathogenese
Leptospiren können direkt durch engen Kontakt mit Urin, bei der Paarung, über die Plazenta, durch
Bisse und die orale Aufnahme von infiziertem Gewebe übertragen werden, da die Erreger Schleimhäute
oder Hautläsionen durchdringen können. Eine indirekte Übertragung, die häufiger vorkommt,
findet statt, wenn Hunde einer kontaminierten Umwelt ausgesetzt sind (zum Beispiel Erde, Futter,
Schlafstelle). Am häufigsten findet die Infektion über Wasserkontakt statt. Eine Umgebung mit
stehenden oder langsam fließenden, warmen Gewässern begünstigt das Überleben der Erreger.
Badet der Hund in einem kontaminiertem Gewässer oder trinkt daraus, dringen die Leptospiren
über Hautläsionen oder durch intakte Schleimhaut ein.
Die Ausscheidung und Kontamination der Umwelt erfolgt überwiegend durch den Urin infizierter Tiere
(zum Beispiel Hunde oder Ratten). Optimal für das Überleben ist ein neutraler oder leicht alkalischer
pH-Wert, daher überstehen Leptospiren nur eine kurze Zeit in konzentriertem, sauren Urin (pH 5,0 –
5,5); verdünnter Urin dagegen, ist ein ideales Nährmedium. Sind die Leptospiren in einen empfänglichen
Wirt gelangt, vermehren sie sich schon einen Tag post infectionem im Blut. Sie dringen in viele
Organe, einschließlich Nieren, Leber, Milz, ZNS, Augen und den Geschlechtstrakt, ein und schädigen
diese durch die Vermehrung und die daraus entstehende Entzündungsreaktion. Anfangs ist die mit der
Vermehrung verbundene Schädigung hauptsächlich in Leber und Nieren manifest. Steigen die Antikörper
im Serum an, wird der Erreger aus den meisten Organen, mit Ausnahme der Nieren, eliminiert.
Klinik
Bei klinisch manifester Leptospirose sind Hauptsymptome Leber- und Nierenfunktionsstörung
sowie Gerinnungsstörungen. Der Schweregrad der klinischen Symptome ist abhängig von Alter und
Immunität des Wirts, Umwelteinflüssen, dem jeweils beteiligtem Serovar und der Virulenz und der
Menge an aufgenommenen Bakterien. Die Krankheit kommt bei Hunden jeden Alters vor, junge Hunde
(unter sechs Monaten) erkranken aber am schwersten. Besiedelung der Niere tritt bei den meisten
infizierten Tieren auf, weil der Erreger sich in den Tubulusepithelzellen vermehrt und dort, sogar in
Anwesenheit neutralisierender Antikörper, persistiert. Akute Beeinträchtigung der Nierenfunktion mit
verminderter glomerulärer Filtrationsrate entsteht durch die Schwellung der Niere und die daraus
resultierende schlechtere Durchblutung. Die fortschreitende Verschlechterung der Nierenfunktion führt
schließlich zu Oligurie und Anurie. Die Prognose hängt weitestgehend vom Erhalt der Nierenfunktion ab.
Ein weiteres, wichtiges Organ, das während der Leptospirämie geschädigt wird, ist die Leber. Schwere
Leberdysfuktionen können aufgrund zellulärer Schäden ohne größere histologische Veränderungen einhergehen.
Daneben treten Endothelschäden mit Ödembildung und disseminierte intravasale Gerinnung
(DIC) auf, die auch zu Blutungen führen können. Wenn die Leptospiren in das ZNS gelangen, kommt es
zu einer Meningitis, allerdings tritt diese nicht so häufig wie beim Menschen auf.
Diagnose
Die häufigsten Laborveränderungen sind Leukozytose, Thrombozytopenie, Azotämie, Elektrolytverschiebungen,
Bilirubinämie und hohe Leberenzymaktivitäten. Bei schwer erkrankten Tieren können die Gerinnungszeiten
verlängert sein. Bei der Untersuchung des Urins treten Bilirubinurie, manchmal Glukosurie und
Proteinurie auf; im Urinsediment sind vermehrt granulierte Zylinder, Leukozyten und Erythrozyten zu finden.
Eine Diagnose einer Leptospirose ist wichtig, da Tiere als Reservoir dienen können und so ein potentielles
Zoonoserisiko darstellen. Die Diagnose kann mittels verschiedener Techniken gestellt werden.
Die am häufigsten verwendete Methode ist die Untersuchung auf Antikörper mit dem Mikroagglutinationstest
(MAT), es gibt aber auch andere Methoden, um Antikörper zu messen, wie Immunfluoreszenztests
(IFA) oder ELISA. Die Antikörper-Persistenz und die hohe Prävalenz subklinischer
Infektionen stellen bei der Interpretation von Antikörpertests ein Problem dar. Außerdem werden
durch Impfungen gegen Leptospirose auch Antikörper produziert. Daher lässt das bloße Vorhandensein
von Antikörpern nicht unbedingt auf das Vorliegen der Krankheit schließen. Jedoch müssen ein hoher
MAT-Titer eines Serovars, gegen das nicht geimpft wird, und keine (oder nur niedrige) Titer gegen
Impf-Serovare, verbunden mit entsprechenden klinischen Symptomen, als starker Hinweis für eine
aktive Infektion erachtet werden. Ein weiteres diagnostisches Kriterium bildet ein vierfacher Anstieg
des MAT-Titers. Weil in der ersten Krankheitswoche der Antiköpertest, vor allem in jungen Hunden
(unter sechs 6 Monate), oftmals negativ verläuft, sollte im Abstand von 1 bis 2 Wochen eine zweite
Serumprobe untersucht werden. Neben dem weitverbreiteten MAT, kann ein kombinierter IgM/IgGELISA
oder –IFA zur Messung von Antikörpern gegen Leptospiren verwendet werden.
bpt • impfempfehlungen 23
Fachinformationen Hund
IgM-Antikörper steigen innerhalb der ersten Woche der Infektion an (vor dem MAT-Titer) und erreichen
ihren Höhepunkt nach 2 Wochen. Danach fallen sie wieder ab. IgG-Antikörper-Tests werden nach 2 bis 3
Wochen positiv und bleiben monatelang bestehen, mit dem Titermaximum nach einem Monat. Kombinierte
IgM/IgG-Tests sind daher, wenn nur eine Probe untersucht wird, besser geeignet, um natürliche
Infektionen von Impf-induzierten Antikörpern zu unterscheiden, als der MAT. Hunde die geimpft und
geboostert wurden, zeigen einen hohen IgG-Titer, aber niedrige oder negative IgM-Antikörper.
Der direkte Erregernachweis kann mit verschiedenen Techniken geführt werden, zum Beispiel können
Leptospiren mittels Dunkelfeldmikroskopie in frischem Urin oder in Gewebeschnitten oder luftgetrockneten
Ausstrichen im Lichtmikroskop sichtbar gemacht werden, die Erreger können kultiviert
werden oder ihre DNA in der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) (vorzugsweise im Urin) nachgewiesen
werden. Alle direkten Methoden sind jedoch nur im Falle eines positiven Ergebnisses beweisend,
ein negativer Test kann die Anwesenheit des infektiösen Agens nie ausschließen.
Behandlung
Essentiell ist eine sofortige antibiotische Therapie, um die Bakteriämie zu beenden. Es gibt 2 antibiotische
Behandlungsphasen. Die erste Phase zielt darauf ab, die Vermehrung des Erregers zu unterbinden
und möglichst schnell das Risiko tödlicher Komplikationen der Infektion, wie Leber- oder Nierenversagen,
zu reduzieren. Penicillin und seine Derivate sind in der ersten Phase die Antibiotika der Wahl.
Am Anfang sollte intravenös Ampicillin (22 mg/kg alle 8 Stunden i. v.) oder besser noch Amoxicillin
(22 mg/kg alle 12 Stunden i. v.), appliziert werden. Diese Medikamente verhindern die Ausscheidung
und Übertragung der Erreger binnen 24 Stunden nach Beginn der Therapie. Allerdings schaffen sie es
weder, die Erreger aus den Nieren zu eliminieren, noch den Trägerstatus zu beenden oder eine Dauerausscheidung
zu verhindern. Daher muss unter allen Umständen eine zweite Behandlungsphase folgen,
um den Trägerstatus zu beenden. Mittel der Wahl hierfür ist Doxycyclin (5 mg/kg alle 12 Stunden
p. o. für 3 Wochen). Die Behandlung mit Doxycyclin sollte begonnen werden, sobald der Zustand des
Tieres die Verabreichung erlaubt.
Prophylaxe
Die Erregerausscheidung in Wildtier-Reservoiren zu kontrollieren ist unmöglich (die Ratten- und
Mäusebekämpfung in Hundezwingern ist natürlich indiziert). Aus diesen Gründen ist die Impfung von
Hunden notwendig. In Europa werden inaktivierte Impfstoffe gegen eine Infektion mit den Serovaren
icterohaemorrhagiae und canicola verwendet. Diese Strategie hat das Vorkommen von Leptospirose
reduziert, die Vakzine schützt aber nicht vor den Serovaren, die zurzeit die meisten Infektionen verursachen.
In den USA ist nun ein neu entwickelter Impfstoff auf dem Markt, der grippothyphosa- und
pomona-Stämme enthält. Leider ist dieser Impfstoff in Europa noch nicht erhältlich.
Da aber nach wie vor (wenn auch selten) Infektionen mit den Serovaren ictero-haemorrhagiae und
canicola auftreten, ist die Impfung auch in Europa weiter zu empfehlen. Nach einer Grundimmunisierung
(zwei Impfungen im Abstand von zwei bis vier Wochen) muss eine jährliche Wiederholungsimpfung
durchgeführt werden, da der Schutz der Leptospirose-Impfung wesentlich kürzer anhält als
der Schutz gegen die Virusinfektionen. Hunde in endemischen Gebieten sollten evtl. sogar alle sechs
Monate geimpft werden.
Menschen in endemischen Gebieten wurde als Prophylaxe Doxycyclin in niedriger Dosierung (200 mg
einmal in der Woche) verschrieben, wenn kein Impfstoff mit dem passenden Serovar verfügbar war.
Eine solche Therapie kann zur Entwicklung von bakteriellen Resistenzen führen und wird weder für
Hunde noch für Menschen empfohlen.
Prof. Dr. Katrin Hartmann
24 bpt • impfempfehlungen
bpt • impfempfehlungen 25
Staupe, Canine Distemper (CDV)
Das Staupevirus, ein Paramyxovirus, ist eng mit dem Masernvirus des Menschen verwandt. Im Gegensatz
zum Parvovirus handelt es sich bei dem Staupevirus um ein wenig widerstandsfähiges Virus, das
in der Umwelt sehr schnell inaktiviert wird. Die Infektion eines Hundes ist daher praktisch ausschließlich
durch direkten Kontakt mit einem infizierten Hund oder einem anderen infizierten (Wild)Tier
möglich. Das Wirtsspektrum des Virus ist sehr breit und umfasst neben den Caniden auch Feliden,
Musteliden (Marderartige), Robben und andere Carnivoren, sowie Schweineartige. Wichtig ist in
diesem Zusammenhang auch die Erkenntnis, dass Marder häufig Träger des Staupevirus sind und
an dieser Infektion schwer erkranken. Eine Infektion von Hunden durch Kontakt mit diesen und
anderen Wildtieren (z. B. Füchsen) ist daher leicht möglich.
Gegen die Staupevirusinfektion sind verschiedene wirksame Impfstoffe verfügbar. Allerdings haben
sich nur Lebendvakzinen als wirksam erwiesen und auf dem Markt durchgesetzt. Im Wesentlichen
werden zwei Arten von Impfstoffen eingesetzt: Die so genannten Onder-stepoort-ähnlichen Vakzinen
beruhen auf einem Impfvirus, das durch Passagen in Hühnereiern oder Hühnerzellkulturen abgeschwächt
wurde und das auf einen Virusstamm zurückgeht, der in den 1930er Jahren isoliert wurde,
wohingegen die so genannten Rockborn-ähnlichen Vakzinen durch Passagen in Hundezellkulturen
abgeschwächt wurden. Beide Vakzinetypen sind wirksam und ungefährlich.
Die Staupe ist mit den verfügbaren Vakzinen beherrschbar. Bezüglich des Problems der so genannten
immunologischen Lücke sei auf die Ausführungen über das canine Parvovirus verwiesen. Der Populationsschutz
scheint an der Grenze der Belastbarkeit, worauf kleinere Epidemien in Großstädten immer
wieder hindeuten. In Regionen, wo die Impfung wenig konsequent durchgeführt wird, ist die Staupe
ein Problem. Hunde, die dorthin reisen, müssen geschützt sein. Jagdhunde, die ein hohes Expositionsrisiko
durch Kontakt mit infizierten Wildtieren haben, müssen gut geschützt sein, Zuchthündinnen, die
hohe maternale Antikörpertiter an die Welpen abgeben sollen, müssen gut vakziniert sein.
Es besteht die Möglichkeit, Staupevirusantikörper in verschiedenen Testsystemen zu bestimmen. Dies
kann gegebenenfalls zur Entscheidung über die Notwendigkeit einer Wiederholungsimpfung herangezogen
werden.
Prof. Dr. Andreas Moritz
Fachinformationen Hund
26 bpt • impfempfehlungen
Tollwut
bei Hund und Katze
Allgemeines
Die Tollwut ist bis heute eine nicht therapierbare Erkrankung, die in der Regel für Mensch und Tier
tödlich endet. Diese schon bei Verdacht anzeigepflichtige Zoonose tritt in Europa vorrangig als silvatische
Seuchenform auf. Während in unseren Breitengraden der Rotfuchs als Hauptüberträger fungiert,
ist es in Osteuropa zusätzlich der Marderhund. In Nordamerika gelten Füchse, Stinktiere und
Waschbären, in Asien Füchse und Wölfe, in Afrika Schakale und Schleichkatzen als Überträger der
silvatischen Tollwut. Die urbane Form der Tollwut, die bei Hunden und Katzen vorkommt und bei der
streunende Hunde das Infektionsreservoir darstellen, wird insbesondere in den Ländern Afrikas und
Asiens beobachtet. Die Fledermaustollwut als dritte Form einer Tollwutinfektion ist in Mittel- und
Südamerika von großer Bedeutung. Bislang wurden in Europa nur Einzelfälle bei Fledermäusen
nachgewiesen.
In den vergangenen 25 Jahren infizierten sich in Europa mehr als 200 Menschen mit dem Tollwutvirus.
Der weitaus größere Teil der Infektionen trat in den Ländern Osteuropas auf. In Westeuropa registrierte
Todesfälle gehen ursprünglich oftmals auf Reisen in Länder der Dritten Welt zurück. Schätzungen
der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge sterben jährlich weltweit 35.000 bis 50.000 Menschen
an Tollwut, vorwiegend in Indien und in den Ländern Afrikas.
Das Infektionsspektrum des Tollwutvirus umfasst alle warmblütigen Säugetiere sowie Vögel; die
Empfänglichkeit ist dabei durchaus unterschiedlich: Die Katze gilt im Vergleich zu dem Hund als hochempfänglich.
Auch wenn in Deutschland gemäß Tollwut-Verordnung keine Impfpflicht für Hunde und
Katzen besteht, sollten beide Tierarten grundsätzlich unter einem dauerhaften Impfschutz stehen.
Im Sinne der Tollwut-Verordnung ist ein wirksamer Impfschutz 21 Tage nach einer Erstimmunisierung
ausgebildet, wenn die Tiere zum Zeitpunkt der Impfung mindestens 3 Monate alt waren. Mit der
Änderung der Tollwut-Verordnung seit dem 20.12.2005 können längere Impfintervalle in den EUHeimtierausweis
eingetragen werden: Sowohl bei Erstimmunisierungen als auch bei Wiederholungsimpfungen
gilt der Impfschutz für den Zeitraum, den der Impfstoffhersteller für eine Wiederholungsimpfung
angibt. Davon unberührt bleiben allerdings einige länderspezifische Einreisebedingungen.
Diesen entsprechend darf die Impfung nicht länger als 12 Monate zurückliegen, wie z. B. in Norwegen,
in der Schweiz und auch in den USA, und/oder es sind serologische Kontrolluntersuchungen auf einen
ausreichenden Antikörpertiter von > 0,5 IU/ml von anerkannten Labors durchzuführen, wie z. B. bei
der Einreise nach Schweden, Irland, Malta, in das Vereinigte Königreich oder nach Norwegen.
Erreger, Pathogenese und Klinik
Das Tollwutvirus gehört neben sechs weiteren so genannten Tollwut-ähnlichen Viren zum Genus
Lyssavirus aus der Familie der Rabdoviridae. Die sieben mit Tollwut assoziierten Viren sind sieben verschiedenen
Genotypen zuzuordnen, allerdings nur 5 Serotypen, da zwischen den Genotypen 1 und 7
(beide Serotyp 1) sowie zwischen den Genotypen 5 und 6 (beide Serotyp 5) nicht mittels Antikörpern
differenziert werden kann. In Europa ist der zum Genotyp 1 gehörende Serotyp 1 für die Übertragung
der silvatischen Form der Tollwut relevant. Das zu den Genotypen 5 und 6 gehörende Europäische
Fledermaus-Tollwutvirus (Eurpoean Bat Lyssavirus 1 und 2 [EBL-1, EBL-2]) spielt derzeit epidemiologisch
in Mitteleuropa eine untergeordnete Rolle. Die Genotypen 2, 3, 4 und 7 sind auf bestimmte geographische
Regionen außerhalb Europas beschränkt.
bpt • impfempfehlungen 27
Das Virus wird durch den Speichel infizierter Tiere übertragen. Dies erfolgt i. d. R. durch den Biss eines
an Tollwut erkrankten Tieres; aber auch Kontaminationen von Wunden und Mikroläsionen mit infektiösem
Speichel können vorkommen. Entlang der peripheren Nervenbahnen wandert das Virus zu den
Spinalganglien im ZNS, in denen es sich zunächst vermehrt, bevor es sich dendritisch über die Ganglienzellen
und den Liquor bis in das Gehirn ausbreitet. Hier kommt es zu einer massiven Virusvermehrung
mit anschließender zentrifugaler Ausbreitung an den Nervenbahnen entlang in die Peripherie.
Dabei gelangt das Virus u. a. in die Speicheldrüsen und wird mit dem Speichel ausgeschieden. Der
Speichel kann beim Hund schon 5 -10 Tage bevor sich die Erkrankung manifestiert virushaltig sein.
Die Inkubationszeit bis zum Ausbruch zentralnervöser Erscheinungen beträgt i. d. R. 2 bis 8 Wochen,
bei Hunden und Katzen unter Umständen bis zu 24 Wochen. Der klassische Verlauf einer Infektion mit
dem Tollwutvirus umfasst die bekannten drei Phasen des Prodromal-, Exzitations- und Paralysestadiums.
Als rasende Wut wird die Erkrankung bezeichnet, wenn ein starkes Erregungsstadium die anderen
Stadien überlagert; von stiller Wut spricht man, wenn das Erregungsstadium fehlt und Lähmungserscheinungen
im Vordergrund stehen. Während beim Hund beide Formen und auch atypische Verläufe
mit gastrointestinalen Symptomen auftreten können, dominiert bei der Katze die rasende Wut. Die
Krankheit dauert nach dem Auftreten der ersten klinischen Symptome 1 bis 7 Tage, bevor sie i. d. R.
zum Tode führt.
Impfstoffe
In Deutschland sind entsprechend der WHO Empfehlungen und der Tollwut-Verordnung für die
Impfung von Hunden und Katzen ausschließlich inaktivierte Impfstoffe zugelassen. Zur Verstärkung
der Immunantwort des Impflings ist den Impfstoffen ein Adjuvans beigefügt. Die in den Impfstoffen
enthaltenen Virusstämme werden heute durchgängig in permanenten Zellkulturen produziert. Die
Impfstoffe stehen als monovalente Vakzinen oder in Kombination sowohl mit den Core- als auch mit
Non-Core-Komponenten zur Verfügung. Alle Impfstoffe erfüllen die Anforderungen des Europäischen
Arzneibuchs. Dementsprechend ist ihre Wirksamkeit in Belastungsversuchen mit pathogenem
Tollwutvirus an der Zieltierspezies nachgewiesen worden.
Impfung
Auf eine regelmäßige Tollwutimpfung von Hunden, Katzen und auch von Frettchen ist zu achten,
sofern die beiden zuletzt genannten Tierarten nicht ausschließlich im Haus bzw. in der Wohnung
gehalten werden.
Die Erstimpfung gegen Tollwut wird ab einem Lebensalter von 12 Wochen empfohlen. Eine zweite
Impfung sollte zur Optimierung der Immunantwort ca. 4 Wochen später folgen. Zur Aufrechterhaltung
eines dauerhaft belastbaren Impfschutzes ist in jedem Falle ca. 1 Jahr nach den beiden Initialimpfungen
eine dritte Tollwutimpfung anzuraten, bevor die von den Impfstoffherstellern angegebenen
Zeiträume für die Wiederholungsimpfungen zugrunde gelegt werden.
Immunantwort
Der Nachweis der Immunantwort nach der Impfung ist durch die Bestimmung des Antikörpertiters
gegen das Tollwutvirus im Neutralisationstest möglich. Auch wenn die Höhe des Antikörpertiters nicht
zwingend mit dem Schutz korreliert, ist sie doch ein Indiz für die Immunantwort des Impflings. Neben
der humoralen Immunantwort spielen zelluläre Immunmechanismen eine ebenso bedeutende Rolle in
der dauerhaften Aufrechterhaltung des Immunschutzes gegen Infektionen mit dem Tollwutvirus.
Dr. Karin Duchow
Fachinformationen Hund
28 bpt • impfempfehlungen
Zwingerhustenkomplex
Kennel Cough, Canine Infektiöse Tracheobronchitis
Allgemeines
Das bei Hunden als Zwingerhustenkomplex bezeichnete Symptombild ist durch eine akut bis chronisch
verlaufende Infektion der oberen Atemwege charakterisiert, an der verschiedene virale und bakterielle
Erreger beteiligt sein können. In Abhängigkeit vom Erregerspektrum und von resistenzmindernden
Faktoren wie mangelhafte Hygiene und Stress kann es insbesondere bei Welpen in intensiver Hundehaltung
zu schweren Krankheitsverläufen kommen. Da die Erreger ubiquitär sind, besteht grundsätzlich
ein Gefährdungspotential, wenn Tiere unterschiedlicher Herkunft bei Veranstaltungen zusammentreffen
bzw. sich in Populationen mit hoher Fluktuationsrate wie z. B. in Tierheimen und Tierpensionen
aufhalten.
Erreger, Ätiologie und Klinik
Neben Parainfluenzavirus Typ 2 (CPiV-2), Adeno-, Reo-, Influenza- und Herpesviren können am
Krankheitsgeschehen Bordetella bronchiseptica und Mykoplasmen beteiligt sein. Von maßgeblicher
ätiologischer Bedeutung sind jedoch das Parainfluenzavirus Typ 2 und Bordetella bronchiseptica als
auch das canine Adenovirus Typ 2.
Die Übertragung erfolgt aerogen oder oronasal. Während die Erreger einzeln betrachtet i. d. R. keinen
dramatischen Krankheitsverlauf induzieren, kann ihr Zusammenwirken bei schlechten Haltungsbedingungen
oder sonstigen Stressinduktoren, wie besondere Leistungsanforderungen zu Trainingszeiten,
nach einer 4 bis 10-tägigen Inkubationszeit zu einer schweren Verlaufsform mit hochgradig gestörtem
Allgemeinbefinden beitragen. Die Erkrankung manifestiert sich dann mit Fieber, rauem, trockenem,
zunächst nicht produktivem Husten bei bestehender Pharyngitis, Tonsillitis und fortschreitender
Tracheobronchitis. Eine eitrige Konjunktivitis sowie Rhinitis können das Infektionsgeschehen begleiten,
der Husten wird produktiv und ist oft schmerzhaft. In diesem Stadium kommt es häufig zu
Bronchopneumonien.
Impfstoffe
Für die Prophylaxe gegen den Zwingerhusten stehen lebende Impfstoffe zur Verfügung, die Bordetella
bronchiseptica und auf permanenten Zellkulturen produziertes CPiV-2 jeweils als Einzelkomponente
oder in Kombination enthalten. Impfstoffe, die ausschließlich Bordetella bronchiseptica enthalten
oder bivalent mit CPiV-2 erhältlich sind, werden intranasal verabreicht. Monovalente CPiV Vakzinen
sowie entsprechende polyvalente Kombinationen mit caninem Adenovirus Typ 2 und den anderen
Core-Komponenten sind immer parenteral zu applizieren.
Geimpfte Tiere können den Bordetella bronchiseptica-Impfstamm bis zu mehreren Wochen ausscheiden
und bei Kontakt auf nicht geimpfte Hunde sowie auf Katzen übertragen. Dies ist im Allgemeinen
ohne besondere klinische Bedeutung, kann aber in Ausnahmefällen bei den Kontakttieren zu mäßig
ausgeprägten klinischen Symptomen wie Niesen, Nasen- und Augenausfluss führen.
Der CPiV-Impfstamm kann nach intranasaler Applikation über einige Tage ausgeschieden werden,
ohne dass es zu einer Beeinträchtigung der Kontakttiere kommt. Da die Impfstoffe nicht das gesamte
Erregerspektrum des Zwingerhustenkomplexes abdecken und das Krankheitsgeschehen zudem von
weiteren Faktoren beeinflusst wird, führt die Impfung zu einer Abschwächung der klinischen Symptomatik,
aber nicht zu einem vollständigen Schutz im Falle einer Infektion.
bpt • impfempfehlungen 29
Impfung
Die Impfung ist insbesondere für Welpen und junge Hunde unter intensiven Aufzuchtbedingungen zu
empfehlen. Grundsätzlich ist hier begleitend auf eine Optimierung der Haltungsbedingungen und auf
die Einhaltung von Hygienemaßnahmen zu achten. Die Impfung älterer Hunde kann bei möglicher
Exposition wie bevorstehendem Aufenthalt in einer Tierpension u. ä. empfehlenswert sein.
Intranasal zu applizierende Impfstoffe können bei Welpen je nach Impfstoff schon sehr frühzeitig
eingesetzt werden, wobei eine einmalige Verabreichung ausreichend ist. Ältere Hunde sollten je nach
Impfstoff ein bis vier Wochen vor einer zu erwartenden Exposition geimpft werden.
Die parenterale Impfung mit CPiV enthaltenden Vakzinen wird frühestens im Alter von 8 Wochen
durchgeführt, gefolgt von einer zweiten Impfung im Alter von 12 Wochen. Jährliche Wiederholungsimpfungen
können in Einrichtungen, in denen die Zwingerhustensymptomatik ein dauerhaftes
Problem darstellt, sinnvoll sein, sofern sie von den o. g. flankierenden Maßnahmen begleitet werden.
Immunantwort
Die Immunantwort gegen das canine Parainfluenzavirus kann durch die Untersuchung von Serumpaaren
im Neutralisationstest (z. B. mittels Immunfluoreszenz) bestimmt werden. Der Impfschutz
gegen Bordetella bronchiseptica-Infektionen besteht v. a. in der lokalen Ausbildung sekretorischer
IgA Antikörper. Hierzu wird derzeit kommerziell kein Nachweissystem angeboten.
Dr. Karin Duchow
Fachinformationen Hund
30 bpt • impfempfehlungen
Bordetella bronchiseptica-Infektion
bei Katze und Kaninchen
Synonyme, Querverweise: Bacillus bronchiseptica, Brucella bronchiseptica, Hemophilus bronchiseptica,
Zwingerhusten (Hund), Katzenschnupfen, Kaninchenschnupfen.
Ätiologie
Gramnegative, kokkoide, pleomorphe, peritrich begeißelte Stäbchenbakterien. Die Organismen sind motil
und wachsen unter aeroben Bedingungen auf MacConkey-Agar oder speziellem Bordet-Gengou-Agar.
Epidemiologie
B. bronchiseptica kommt weltweit vor. Das Wirtspektrum umfasst den Menschen, Nager, Schweine,
Hunde, Katzen und niedere Primaten. Als Reservoir kommen deshalb ebenso infizierte Individuen
dieser Spezies in Betracht. Übertragen wird der Erreger durch Tröpfchen und Aerosole. Die infektiöse
Dosis und die Inkubationszeit sind nicht bekannt. B. bronchiseptica besitzt eine mittlere Tenazität
außerhalb der Wirte, wobei die Organismen besonders gegenüber Trockenheit und Kälte empfindlich
sind. Hingegen kann das Bakterium unter günstigen Bedingungen zum Bespiel in Phosphat-gepufferter
Salzlösung oder in Oberflächenwasser (Seen) bis zu 24 Wochen überleben.
Pathogenese
B. bronchiseptica wird als Hauptverursacher des Zwingerhustens beim Hund (siehe dort), hingegen als
Mitverursacher des Katzenschupfens und des ansteckenden Schnupfens (Rhinitis contagiosa caniculi)
beim Kaninchen gesehen. B. bronchiseptica wird zusammen mit dem felinen Herpesvirus und dem felinen
Calicivirus beim Katzenschnupfen und mit Pasteurella multicida beim Kaninchenschnupfen gefunden.
Während der Inkubationszeit von ca. 6 Tagen besiedelt B. bronchiseptica das respiratorische Epithel
und vermehrt sich auf den Zilien der Epithelzellen. Die Bindung an die Zellen wird durch Adhaesine
vermittelt. Nach der Etablierung der Infektion im Respirationstrakt bildet das Bakterium Toxine, welche
die Phagozytoseleistung der Epithelzellen mindert und gleichzeitig eine Ziliostasis einleitet. Dabei
wird der Ziliarsaum zerstört, der für die Entfernung des Mukus notwendig ist. B. bronchiseptica ist
zudem fähig in Wirtszellen einzudringen, um der Immunabwehr zu entkommen und gleichzeitig eine
persistierende Infektion zu etablieren. Die lokale Antikörperproduktion führt in der Regel beim Hund
erst nach ca. 3 Monaten zum Eliminieren des Erregers aus dem Respirationstrakt.
Klinik
Katzen können bei der isolierten Infektion mit B. brochiseptica abgeschlagen wirken und zeigen zudem
Schnupfen, Nasenausfluss, Husten, die von Zeichen einer milden Lungenentzündung begleitet
sein können. Im Vergleich zu den Infektionen mit dem felinen Herpesvirus und felinen Caliciviren
verläuft die isolierte Infektion mit B. bronchiseptica milder und es entwickelt sich keine Konjunktivits.
Beim Kaninchen ist der ansteckende Schnupfen üblicherweise ein Bestandsproblem und beginnt mit
trockenem Niesen ohne Störung des Allgemeinbefindens. Danach erscheint wässriger, später mukopurulenter
Nasenausfluss, der zum Verkleben der Nasenöffnungen führt und von ständigem Niesen begleitet
ist. Oft weitet sich die Entzündung auf die Bindehäute (katarrhalische bis eitrige Konjunktivitis),
auf das Mittel- und Innenohr (Kopfschiefhaltung) und auf die Lunge (Bronchopneumonie) aus.
B. Katze B. Katze
bpt • impfempfehlungen 31
Diagnose
Die Diagnose einer Infektion mit B. bronchiseptica kann am sichersten mit Hilfe von Rachentupfern
oder Nasensekrettupfern gestellt werden. Für die Probenahme sollten sterile Wattetupfer verwendet
und in ein aktivkohlehaltiges Transportmedium verbracht werden. Anschließend erfolgt die Kultur auf
selektiven Nährböden.
Behandlung
Die Behandlung wird abhängig vom verwendeten Antibiotikum 7 – 21 Tage lang durchgeführt.
In vitro sind die Bakterien empfindlich gegen Gentamicin, Penicillinen, Cephalosporinen, Tetracyclin,
Enrofloxacin, Chloramphenicol und weiteren Antibiotika. Resistenzen gegen Trimethoprim, Ampicillin
und Erythromycin sind bekannt.
Unterstützend können Glukokorticoide, Antitussiva und Bronchodilatatoren in der Therapie
eingesetzt werden. Augen- und Nasensekrete sollten in regelmäßigen Abständen entfernt werden.
Prophylaxe
Einzel- oder Kombinationsimpfstoffe stehen für die Prophylaxe gegen den Zwingerhusten, Katzenund
Kaninchenschnupfen und insbesondere für die Abwehr von B. bronchiseptica zur Verfügung. Für
die Katze ist zurzeit in Deutschland ausschließlich ein monovalenter Lebendimpfstoffe zur intranasalen
Applikation erhältlich. Auch hier beruht die Wirkung dieses Impfstoffs auf einer Reduktion der durch
B. bronchiseptica verursachten klinischen Veränderungen im Falle einer im Vorfeld zu erwartenden
Exposition durchgeführten Immunisierung (z. B. Verbringung des Tieres in eine Katzenpension, etc.).
Das Kaninchen kann in Deutschland ausschließlich mit einem inaktivierten, subkutan zu verabreichenden
Impfstoff mit P. multocida in Kombination mit B. bronchiseptica geschützt werden. Die Impfung
muss von geeigneten Hygienemaßnahmen begleitet werden und hat eine Reduktion des Infektionsdrucks
im Bestand zum Ziel.
PD Dr. Reinhard Straubinger
Empfohlene Literatur:
C. E. Greene, Infectious Diseases of the Dog and Cat, 3. Auflage, 2006, Saunders Elsevier, St. Louis.
ISBN: 1-416-03600-8
M. Fehr, L. Sassenburg, P. Zwart, K. Gabrisch, Krankheiten der Heimtiere, 6. Auflage, 2004, Schlütersche
Verlag. ISBN: 3-89993-010-X
Fachinformationen Katze
32 bpt • impfempfehlungen
Chlamydien-Infektion
Ätiologie
Chlamydien sind obligat intrazellulär lebende, gramnegative Bakterien. Sie sind mit DNS, RNS und
einer Zellwand ausgestattet. Ihnen fehlen jedoch für den eigenen Stoffwechsel wichtige Elemente, die
ein autonomes Überleben und die Fortpflanzung gewährleisten. Auf Grund ihrer Abhängigkeit von
Wirtszellen durchlaufen diese Organismen einen ungewöhnlichen Entwicklungszyklus. Kleine (0,2 bis
0,6 µm), metabolisch inaktive, mit einer starren Zellwand ausgestatteten Elementarkörper (EK) sind in
der Lage, Zellen zu infizieren. Innerhalb der Zelle entwickeln sich aus den EK die größeren (0,5 bis 1,5
µm), nicht infektiösen, zellwandlosen, zur Teilung befähigten Retikularkörper.
Die Familie Chlamydiaceae besteht aus zwei Ordnungen: Chlamydophila und Chlamydia. Mit Hilfe
genetischer Untersuchungsmethoden ist es in den letzten Jahren gelungen, die vorkommenden Spezies
genauer zu beschreiben und diese den entsprechenden Genera zuzuordnen.
Angelehnt an Greene, Infectious Diseases of the Dog and Cat, 3. überarbeitete Auflage, 2006
Epidemiologie
Die Individuen mit der höchsten nachgewiesenen Seroprävalenz sind Katzen in einem Alter zwischen
2 bis 12 Monaten. Katzenwelpen unter 8 Wochen sind mit hoher Wahrscheinlichkeit durch maternale
Antikörper vor der Infektion mit Chlamydien geschützt. Ebenso nimmt die Seroprävalenz (Infektionsrate)
im höheren Alter (> 1 Jahr) wahrscheinlich auf Grund einer ausgeprägten zellulären Immunantwort
ab. Die bisher nachgewiesenen Seroprävalenzen reichen von 9 % bei gesunden, im Labor gehaltenen
Katzen bis hin zu 45 % bei frei lebenden Katzen. Der Erregernachweis mittels Kultur ist meist
niedriger als der Antikörpernachweis: um die 5 % von klinisch unauffälligen Katzen tragen Chlamydien,
wenn Abstriche aus Konjunktiven oder Rektum entnommen werden. Hingegen sind bis zu 30 %
der Katzen mit klinisch auffälliger Konjunktivitis in der Kultur positiv. Übertragen werden die Organismen
durch direkten Kontakt von Katze zu Katze oder durch Aerosol. Während der Geburt können
Chlamydien von der Mukosa des Genitalbereichs der Mutter auf die Nachkommen übertragen werden.
Eine venerale Überragung wurde bisher experimentell nicht bestätigt.
Pathogenese
Elementarkörper (EK) werden von der Wirtszelle mittels Endozytose aufgenommen. In einer durch die
Wirtszellmembran gebildeten Vakuole transformiert der EK zum stoffwechselaktiven Retikularkörper
(RK), welcher dann proliferiert. Danach folgt eine ausgeprägte, ca. 2 Tage dauernde Phase der Zellteilung,
während der sich die Organismen in zellwandgebundene EK umformen. Die neu produzierten
EK werden durch Zelllyse freigesetzt und sind somit in der Lage, weitere Zellen zu infizieren.
vor 1999 Wirt Bevorzugte infizierte Gewebe
Chlamydophila
Cp. abortus C. psittaci Schaf, Säuger Darm, Plazenta
Cp. caviae C. psittaci Meerschweinchen Harnblase, Auge, Milz
Cp. felis C. psittaci Katze Auge, Genitalien, Gelenke, Lunge
Cp. pecorum C. pecorum Rind, Schaf Gehirn, Auge, Gelenke
Cp. pneumoniae C. pneumoniae Mensch, Pferd Lunge, Gelenke, Endothelzellen
Cp. psittaci C. psittaci Vögel Genitalien, Lunge, andere innere Organe
Chlamydia
C. muridarum C. trachomatis Nager Innere Organe
C. suis neue Spezies Schwein Auge, Darm, Lunge
C. trachomatis C. trachomatis Mensch Auge, Urogenitaltrakt von Neugeborenen
bpt • impfempfehlungen 33
Nach Infektion der Schleimhäute und Reproduktion in deren Epithelzellen kann Chlamydophila felis
tiefer liegende Gewebe (Endothelien der Gefäße, Tonsillen, Lunge, Leber, Milz, Nieren, Darm, Genitaltrakt)
zum Teil durch infizierte Makrophagen besiedeln. Entzündungserscheinungen (Fieber, Augenausfluss,
Schnupfen) sind die Folge, wobei gleichzeitig neu gebildete Erreger ausgeschieden werden.
Nach Abklingen der klinischen Veränderungen schließt sich eine chronische, asymptomatische Phase
der Infektion an. Experimentell konnten Chlamydien noch 215 Tage nach der Infektion in den
Konjunktiven von Katzen nachgewiesen werden.
Klinik
Nach Infektion der Konjunktiven zeigen Katzen eine Bindehäutrötung, Chemosis, Blepharospasmus,
serösen, oft mukopurulenten Augenausfluss. Die Schädigung der Kornea ist selten; wenn aber doch,
dann ist dies meist die Folge einer Mischinfektion mit felinem Herpesvirus-1 und anderen Bakterien.
Das Allgemeinbefinden bleibt weitgehend ungestört und auch die Futteraufnahme bleibt erhalten.
Lungenentzündungen verlaufen klinisch inapparent; dementsprechend wird Husten und Schnupfen
selten in Zusammenhang mit Chlamydieninfektionen beobachtet. Nach experimenteller Infektion
konnte zudem innerhalb von zwei Wochen bei Katzen Fieber, Abgeschlagenheit, Lahmheit und
Gewichtsverlust beobachtet werden.
Diagnose
Chlamydophila felis kann in Abstrichen von Schleimhäuten (Konjunktiven, Nasenschleimhaut,
Vaginalschleimhaut, etc.) nachgewiesen werden. Dabei ist wichtig, dass die Tupfer für die Abstriche
intensiv an den Schleimhäuten gerieben werden, sodass genügend infizierte Epithelzellen im Tupfer
verbleiben. Wattestäbchen eignen sich dazu am besten. Danach sollten die Abstriche in geeigneten
Transportmedium (0,2 M Saccharose und 0,02 M Phosphat) verbracht werden, wobei darauf geachtet
werden muss, dass im Falle der Anzüchtung keine Antibiotika enthalten sein dürfen (Virustransportmedien
sind in diesem Fall nicht geeignet). Auf Grund der höheren Sensitivität wird zum Nachweis
von Chlamydien die PCR verwendet. Es wird davon ausgegangen, dass die PCR auch nicht lebensfähige
Organismen oder Bakterienbruchstücke mit DNS-Fragmenten nachweist, ein Charakteristikum der PCR,
die die Sensitivität gegenüber der Kultur entsprechend steigert. Die Anzucht von Chlamydien wird mit
Hilfe von Zellmonolayern oder Hühnerembryonen sichergestellt. Der Nachweis von spezifischen Antikörpern
ist nur bedingt aussagekräftig. Zwar korrelieren sehr hohe Antikörperspiegel mit klinischer
Symptomatik. Dennoch persistieren Chlamydien gerade in Gegenwart dieser hohen Antikörperspiegel
und die Serokonversion der Wirte zeigt nur die Exposition mit und nicht den Schutz gegen den
Erreger an.
Behandlung
Zur Behandlung der Infektion mit Chlamydophila felis eignet sich Doxycyclin (5 - 15 mg/kg, p. o.,
2 x tgl.) oder Tetracyclin (22 mg/kg, p. o., 3 x tgl.) für eine Dauer von drei bis vier Wochen. In großen
Beständen kann es notewendig sein, alle Katzen gleichzeitig zu behandeln, wobei die Behandlung bis
zu 6 oder 8 Wochen fortzuführen ist. Zumindest sollte die Behandlung noch 2 Wochen bis nach dem
Abklingen der klinischen Erscheinungen fortgesetzt werden. Amoxicillin-Clavulansäure (Synulox,
12,5 - 25 mg/kg, p. o., 2 x tgl., 4 Wo lang) kann für die Bandlung eingesetzt werden. Rückfälle,
die eine weitere Behandlung bedingen, sind aber zu erwarten.
Prophylaxe
Für die Immunisierung von Katzen stehen sowohl Tot- als auch Lebendimpfstoffe mit attenuierten
Chlamydienstämmen zur Verfügung. Die Impfstoffe können nicht verhindern, dass sich Chlamydien
Fachinformationen Katze
34 bpt • impfempfehlungen
auf den Schleimhäuten ansiedeln und danach wieder ausgeschieden werden. Die Impfung reduziert
aber die Replikationsrate der Bakterien und infolgedessen die klinischen Veränderungen, die mit einer
Feldinfektion einhergehen. Deshalb sind diese Impfstoffe für Situationen vorgesehen, in denen Katzen
einem sehr hohem Infektionsdruck (Zuchtbestände, etc.) ausgesetzt sind.
Erwähnt werden sollte, dass die Übertragung von Chlamydien auch durch gezielte Hygiene,
Quarantäne und Desinfektionsmaßnahmen eingedämmt werden kann.
PD Dr. Reinhard Straubinger
Empfohlene Literatur:
Greene, C. E. und Jane E. Sykes. Chlamydial Infections, S. 245-252. In C. E. Greene, Infectious Diseases
of the Dog and Cat. 3. Auflage (2006) Saunders Elsevier, St. Louis.
Felines Herpesvirus und Felines Calicivirus
(Katzenschnupfen)
Der Katzenschnupfen ist eine Erkrankung des oberen Respirationstraktes, die vornehmlich durch das
feline Calicivirus hervorgerufen wird. Zu einem gewissen Prozentsatz (etwa 5 – 10 % der Fälle) wird
auch das feline Herpesvirus isoliert. Auch eine Chlamydieninfektion kommt ätiologisch in Frage.
Das Herpesvirus verursacht eine lokale, das Calicivirus eine systemische Infektion. Beide Viren können
eine persistierende Infektion induzieren, in deren Rahmen das Virus schubweise (Herpesvirus) oder
kontinuierlich (Calicivirus) über Wochen oder Monate ausgeschieden werden kann.
Sonderformen der FCV-Infektionen, die oft zusammen mit der respiratorischen Form auftreten
können, sind Arthritiden (Calicivirus) und möglicherweise auch chronische Stomatitiden (Calicivirus).
Aus den USA wird über das Auftreten neuer, besonders virulenter Stämme, so genannter „virulent
systemic (vs)“ FCV, berichtet, die schwere Krankheitsbilder verursachen, und deren Epidemien mit
einer hohen Mortalität von bis zu 30 % einhergehen. Die Symptome sind vor allem hohes Fieber,
Arthritiden, Hautulzera an Ohren und Pfoten, sowie eine Bilirubinämie und Anämie. Bemerkenswert
ist ferner, dass die in den USA beschriebenen Ausbrüche auch geimpfte Katzenkolonien betrafen.
Klinische Berichte aus Großbritannien und Deutschland zeigen, dass diese Manifestationen auch in
Europa beobachtet werden.
Das feline Herpesvirus Typ 1 (FHV1, Synomym: felines Rhinotracheitisvirus) ist antigenetisch
einheitlich. Das feline Calicivirus (FCV), ist antigenetisch einheitlich in dem Sinne, dass in der offiziellen
Taxonomie keine Serotypen unterschieden werden. Unter den FCV-Isolaten gibt es jedoch eine
große antigenetische Variabilität, die zum Teil so groß ist, dass zwischen den Isolaten keine Kreuzneutralisation
induziert wird. Vakzinen gegen beide Erreger sind in Form attenuierter Lebendvakzinen
und inaktivierter Vakzinen verfügbar. Die Reaktivität der verwendeten Impfstoffe (Stamm FCVF9 und
Stamm FCV255) mit den zur Zeit im Umlauf befindlichen Stämmen ist gering. In Beständen mit
Katzenschnupfenproblemen, die trotz Impfung nicht beherrschbar sind, kann es daher sinnvoll sein,
Vakzinen einzusetzen, die unterschiedliche Vakzinestämmen beinhalten. Dies erweitert das Spektrum
der induzierten Antikörper und erhöht die Chance, einen Impfschutz zu induzieren, der eine Kreuzneutralisation
gegen das pathogene Feldvirus gewährleistet. In jüngster Zeit ist eine Vakzine verfügbar,
die zwei aktuelle nach Untersuchung des Herstellers breit kreuzreaktive Stämme des FCV beinhaltet.
Der Einsatz dieser Vakzine sollte, wenn neutralisierende Antikörper tatsächlich entscheidend sind, zu
einer deutlichen Reduktion der klinisch manifesten FCV-Infektionen führen.
Prof. Dr. Uwe Truyen
Felines Leukämievirus (FeLV)
Erreger
Das FeLV gehört zusammen mit dem felinen Immunschwächevirus (FIV) und dem felinen Spumavirus
(FSV) zu den so genannten Retroviren. Diese sind bei ihrer Replikation darauf angewiesen, das virale
Genom, ein RNA-Molekül, in eine DNA „zurückzutranskribieren“, welche anschließend in die Wirtszell-
DNA eingebaut wird. FeLV-Partikel sind behüllt mit einer Lipid-Doppelmembran und enthalten im
Innenkörper die so genannten gruppen-spezifischen Antigene (gag), zu denen auch das p27-Protein
gehört. Entgegen den bisher geäußerten Vermutungen, dass das FeLV an der Außenwelt sofort zerfällt,
erwies es sich in neuesten Untersuchungen als während vieler Tage infektiös.
Pathogenese
Das FeLV wird durch direkten Kontakt von asymptomatischen Ausscheidern auf empfängliche Tiere
übertragen. Haupteintrittspforte ist die Mukosa der Maul- und Nasenhöhle, von wo das Virus hämatogen
ins Knochenmark gelangt. In den rasch replizierenden Knochenmarkzellen findet das Virus
ideale Replikationsbedingungen; es kommt zur Virämie mit sekundärem Befall aller Körperorgane.
Die Virämie ist in der Regel nicht mit klinischen Symptomen verbunden, was deren Erkennung durch
den Besitzer praktisch unmöglich macht. Die Virämie kann nach sehr kurzer oder nach monatelanger
Dauer von einem erfolgreichen Immunsystem überwunden werden. Katzen, welche über die Virämie
hinweggekommen sind, weisen in ihrem Blut virusneutralisierende Antikörper auf und sind gegen
eine erneute Infektion weitgehend geschützt.
Krankheitsbilder
Das FeLV verursacht am häufigsten aplastische Anämien, indem es die Erythrozyten-Synthese massiv
zu hemmen vermag. Ferner ist das Immunsystem bei virämischen Katzen in seiner Funktion gestört;
es kommt zunehmend zur Immunschwäche, die sich entweder in Infektionen mit opportunistischen
Keimen oder aber in einer schlechten Immunisierbarkeit durch Vakzinen äußert. Im weiteren verursacht
das FeLV neoplastische Erkrankungen, welche das lymphatische und seltener das myeloische
System erfassen.
Diagnose
Die FeLV-Virämie lässt sich unter Praxisbedingungen sehr einfach durch Nachweis von p27 im
peripheren Blut feststellen. Dies kann entweder mit ELISA- oder Immunchromatographie-Verfahren
geschehen, in welchen monoklonale Antiköper gegen p27 Anwendung finden. Seit einigen Jahren
steht daneben die PCR zum Nachweis von Provirus (in die Wirtszell-DNA eingebautes FeLV-Genom)
zur Verfügung. Beim Vergleich der p27- und der PCR-Resultate zeigte sich, dass in der Katzenpopulation
etwa 10 % Katzen leben, die in der PCR positiv, im p27-Test negativ reagieren. Diese
Diskrepanz lässt sich dadurch erklären, dass Katzen nach überwundener Virämie während vieler
Jahre PCR-positiv und p27-negativ bleiben. Es ist unklar, ob und wenn ja zu welchem Prozentsatz
eine PCR-positive Katze die Infektion reaktivieren kann. Neuerdings lässt sich die virale RNA im
Speichel und im Kot auch durch RT-PCR nachweisen. Speichelausscheidung viraler RNA ist ein
ausgezeichneter Marker für Virämie. Die RT-PCR ist besonders zur Überwachung von Beständen
interessant, da sie das pooling von Speichelproben erlaubt. Ist eine gepoolte Speichelprobe eines
Bestandes negativ, so liegt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in diesem Bestand
keine FeLV-Virämie vor.
bpt • impfempfehlungen 35
Fachinformationen Katze
Therapie
Zwar steht seit einigen Jahren ein rekombinantes felines Interferon (Interferon Omega) zur Behandlung
FeLV-infizierter Katzen zur Verfügung. Die Anwendung dieses Interferons führt zu einer klinischen
Besserung, jedoch nicht zu einer Überwindung der FeLV-Infektion. Darüber hinaus gibt es
keine therapeutischen Möglichkeiten der FeLV-Infektion.
Prophylaxe
Die Prophylaxe beruht auf der Erkennung von Ausscheidern, deren Separierung und der Vakzinierung.
Heute stehen dem Tierarzt hervorragende Impfstoffe zur Verfügung, über deren Einsatz die vorstehenden
Impfempfehlungen informieren.
Prof. Dr. Hans Lutz
Feline infektiöse Peritonitis (FIP)
Felines Coronavirus (FCoV)
Erreger
Das feline Coronavirus (FCoV) ist ein behülltes Virus mit rund 120 bis 160 nm Durchmesser.
Der Träger der Erbinformation ist eine RNA, welche 30.000 Nukleotide umfasst. FCoV sind in
besonderem Mass empfänglich gegenüber Mutationen, da die RNA-Polymerase bei jedem
Replikationszyklus drei Nukleotide fehlerhaft einbaut. In der Virushülle sind das sogenannte
Spike-Protein von etwa 200.000 Dalton und ein envelope-Protein von rund 30.000 Dalton
eingebaut. Im Innenkörper liegt ein einziges Kapsid-Protein von rund 45.000 Dalton vor.
Pathogenese und Immunität
FCoV werden durch direkten Kontakt mit ausscheidenden Katzen und zudem indirekt durch
kontaminierte Gegenstände (Schuhe, Fressgeschirr, Kotkistchen) auf empfängliche Katzen übertragen.
Via Maulhöhle gelangt das Virus in den Dünndarm, wo es sich in den Epithelzellen von Duodenum,
Jejunum, Ileum und schlussendlich Kolon vermehrt. Die höchsten virus loads werden im Kolon
beobachtet. Parallel zur Besiedelung des Darmtrakts kommt es praktisch bei jeder Katze zu einer
Virämie mit extrem hohen virus loads von bis zu über 107 Partikeln pro ml Plasma. Interessanterweise
zeigen infizierte und virämische Katzen kaum klinische Symptome. Im Kot werden bis 10 Viruspartikel
pro Gramm Kot ausgeschieden. Als wichtige Infektionsquelle ist daher das Kotkistchen zu betrachten.
Jede Katze, die ein derart belastetes Kotkistchen benützt, setzt sich einem massiven Infektionsdruck
aus. Die Entstehung eines virulenten, zur Induktion einer FIP fähigen FIP-Virus basiert auf Mutationen
des Genoms, welche bei jeder Coronavirus-infizierten Katze de novo vorkommen können. In den meisten
Fällen sind Katzen im Alter von sechs Wochen bereits infiziert, wobei das Immunsystem aufgrund
einer zellulären Immunantwort in der Lage ist, die Replikation mehr oder weniger effizient zu kontrollieren.
Mit zunehmendem Alter nimmt der virus load ab; für rund 90 bis 95 % aller Jungkatzen ist
damit die Coronavirus-Infektion erledigt. Bei einem kleinen Teil kommt es aber bis zum Alter von
zwölf Monaten zur Ausbildung einer FIP, wobei die auslösenden Triggermechanismen nicht klar sind.
Krankheitsbild
Zu den häufigsten Frühsymptomen gehören Fieber unbekannter Genese und Fressunlust. Die FIP
äußert sich entweder in einer feuchten, exsudativen oder einer trockenen Form. Wenn die FIP klinisch
einmal ausgebrochen ist, kommt jeder Heilungsversuch zu spät.
36 bpt • impfempfehlungen
Diagnose
Die Diagnose basiert auf den klinischen Symptomen (Fieber, Fressunlust, Apathie, Gewichtsverlust,
Erguss, Augenveränderungen, Anämie, Ikterus) sowie auf Labortests, welche die Hämatologie
(Linksverschiebung, Anämie, Lymphopenie) und die klinische Chemie (erniedrigtes Albumin/Globulin-
Verhältnis, Hyperglobulinämie, erhöhte AST und Hyperbilirubinämie) umfassen. Bei den für FIP typischen
Symptomen kann zusätzlich die Bestimmung eines Antikörpertiters nützlich sein: Bei ca. 80 %
der Katzen mit FIP liegt ein erhöhter Antikörpertiter gegen das Coronavirus vor.
Therapie
Bislang ist keine Therapie bekannt, mit der eine einmal ausgebrochene FIP behandelt werden kann.
Eine ätiologische Therapie ist ebenfalls nicht bekannt.
Prophylaxe
Die wichtigsten Maßnahmen bestehen in der Reduktion des Infektionsdrucks. Dazu sind Katzen höchstens
in Kleingruppen von 2 bis 3 Tieren zu halten, Kotballen regelmäßig aus Kotkistchen zu entfernen
sowie eventuell konstante Ausscheider aus einem Kollektiv zu entfernen. Die Vakzinierung ist an sich
möglich. Es konnte klar gezeigt werden, dass Katzen dann von der Impfung profitieren, wenn sie zum
Zeitpunkt der Vakzinierung im Alter von 16 und 20 Wochen mit dem FCoV noch nicht Kontakt gehabt
hatten. Da in der Regel die Vakzinierung zu spät kommt, ist der Nutzen der Vakzine unter
Feldbedingungen eingeschränkt.
Prof. Dr. Hans Lutz
Felines Panleukopenievirus (FPV)
Das für das canine Parvovirus (CPV) gesagte, gilt gleichermaßen für das feline Panleukopenie-Virus
(FPV). FPV wird ebenfalls in großer Menge mit dem Kot erkrankter Tiere ausgeschieden, und das Virus
bleibt über Wochen und Monate in der Umwelt infektiös. Das Virus kann daher leicht an der Kleidung
der Besitzer in Wohnungen gebracht und auch reine Wohnungskatzen infizieren. Es sei auch noch
einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Katzen für eine Infektion mit dem caninen Parvovirus
empfänglich sind, und Parvovirus-infizierte Hunde Katzen anstecken können.
Es sind Impfstoffe verfügbar, die wirksam vor einer Infektion schützen. Obwohl grundsätzlich
inaktivierte Vakzinen und Lebendimpfstoffe verfügbar sind, konnten sich nur die Lebendimpfstoffe
auf dem Markt durchsetzen. Eine erfolgreiche Impfung induziert einen langjährigen Schutz.
Die Panleukopenie ist in Deutschland durch die regelmäßige Impfung gut kontrolliert. In Zuchten, die
nicht regelmäßig impfen, kommen Parvovirusinfektionen dagegen häufig vor. Katzen sollten jederzeit
einen Impfschutz aufweisen, bei hoher zu erwartender Exposition (Reisen) ist eine Wiederholungsimpfung
angezeigt. Zuchtkätzinnen sollen hohe maternale Antikörpertiter an die Welpen weitergeben
und verlangen daher eine optimierte Immunität, ggf durch Wiederholungsimpfungen vor dem
Belegen.
Es besteht die Möglichkeit, Parvovirusantikörper in verschiedenen Testsystemen zu bestimmen.
Dies kann gegebenenfalls zur Entscheidung über die Notwendigkeit einer Wiederholungsimpfung
herangezogen werden.
Prof. Dr. Uwe Truyen
bpt • impfempfehlungen 37
Fachinformationen Katze
38 bpt • impfempfehlungen
Inhalt Inhalt
A. Impfempfehlung Hund
Core Komponenten gegen: Staupe, Parvovirose, Leptospirose, Tollwut
Grundimmunisierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
Wiederholungsimpfungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
Non-Core-Komponenten gegen:
Babesia canis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Bordetella bronchiseptica . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
Borrelia burgdorferi sensu lato . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
Canines Herpesvirus (CHV-1) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
Coronavirus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Canines Parainfluenzavirus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
Dermatophytose, Mikrosporie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Tetanus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Fachinformationen
Borreliose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
Canines Coronavirus (CCV) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
Canines Herpesvirus (CHV) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
Canines Parvovirus (CPV) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
Hepatitis contagiosa canis (Hcc) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
Leptospirose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
Staupe, Canine Distemper (CDV) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
Tollwut . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
Zwingerhustenkomplex . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
B. Impfempfehlung Katze
Core-Komponenten gegen: Felines Herpesvirus,
Felines Calicivirus, Felines Parvovirus (RCP)
Grundimmunisierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
Wiederholungsimpfungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
Non-Core-Komponenten gegen:
Bordetella bronchiseptica . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
Chlamydophila felis (Chl. felis) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
Dermatophytose, Mikrosporie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
Felines Leukämie-Virus (FeLV) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
Feline infektiöse Peritonitis (FIP), Felines Coronavirus (FCoV) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
Tollwut . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
Fachinformationen
Bordetella bronchiseptica-Infektion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
Chlamydien-Infektion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
Felines Herpesvirus, Felines Calicivirus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
Felines Leukämievirus (FeLV) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
Feline infektiöse Peritonitis (FIP), Felines Coronavirus (FcoV) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
Feline Panleukopenievirus (FPV) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
Tollwut . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
C. Impfempfehlung Frettchen
Staupe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
Tollwut . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
D. Impfempfehlung Kaninchen
Myxomatosevirus, Rabbit-Haemorrhagic-Disease-Virus (RHD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
Pasteurella multocida / Bordetella bronchiseptica . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
Fachinformationen
Bordetella bronchiseptica-Infektion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
Impressum
Herausgeber
Bundesverband Praktizierender Tierärzte e. V.
Hahnstraße 70
D-60528 Frankfurt am Main
Telefon (0 69) 66 98 18 – 0
Telefax (0 69) 6 66 81 70
E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Internet: www.tieraerzteverband.de
© bpt
Stand
Juli 2006
Redaktion
Astrid Behr
Druck
Friedrich Bischoff Druckerei GmbH
Frankfurt am Main
Impressum
|