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Krokodil-Verbot in hessischen Wohnzimmern |
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Nicht nur bei Getränken, sondern auch bei den Haustieren ist Exotik angesagt. In hessischen Wohnzimmern tummeln sich außer Katzen und Hunde auch Giftschlangen, Luchse und Krokodile. Das will die Landesregierung nicht mehr länger dulden.
Hessen plant ein Verbot der privaten Haltung von gefährlichen Tieren. Dies bestätigte am Dienstag das Innenministerium. Damit würde Hessen dem Beispiel von Bayern und Schleswig-Holstein folgen, wo bereits ein Haltungsverbot besteht.
Viele Tiere werden falsch gehalten
Als Grund für den gesetzlichen Vorstoß wurden drastische Fehler bei der Haltung der gefährlichen Exoten genannt. So verwies die Landestierschutzbeauftragte auf rund 30 teilweise erkrankte Giftschlangen, die in einer verlassenen Gießener Wohnung in einem ungesicherten Terrarium gefunden wurden. Im Landkreis Kassel starb ein Krokodil, weil die Haltung des Tieres nicht den Mindestnormen entsprach.
Handel floriert
Der Handel mit den exotischeren Tieren scheint inzwischen kaum noch kontrollierbar zu sein. Viele Tiere kämen über Osteuropa nach Deutschland sowie über Internet-Tauschbörsen. Das riesige Angebot verführe unwissende Menschen zum Kauf. "Wir brauchen eine gesetzliche Regelung, weil sich die Szene wandelt", forderte Staatssekretärin Oda Scheibelhuber.
Laut einer Umfrage des Umwelt- und Innenministeriums hausen zurzeit ein Wolf, zwei Pumas und Luchse, mehrere Vipern, Krokodile, Giftschlangen und –Spinnen in hessischen Wohnungen.
(nobl)
Stand: 22.08.2006
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