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Tollwut Langzeitimpfstoffe Stellungnahme VIRBAC PDF Drucken E-Mail

Seit 24.12.2005 gilt eine neue Tollwutverordnung. Diese lässt zu, dass die Impfintervalle nicht mehr wie früher generell auf 12 Monate beschränkt bleiben, sondern die Empfehlung des Impfstoffherstellers über die Wirkdauer des Impfstoffes gilt. Dies führte dazu, dass viele Tierbesitzer ihre Tiere nun nur noch alle 3 Jahre gegen Tollwut impfen lassen möchten (beachte: alle anderen Impfungen müssen weiterhin jährlich geimpft werden!). Bisher gibt es nur einen (ehemals in der Schweiz zugelassenen) Impfstoff, der drei Jahre Zulassung hat. Problem ist aber, dass die Schweiz als anerkannt tollwutfrei gilt, demzufolge der Infektionsdruck nahezu bei null liegt. Die Schweiz aber umgekehrt bei einreisenden Tieren aus anderen Ländern (auch Deutschland) nur jährlich geimpfte Tiere zulässt. D.h., wenn ein Tier mit einem 3 Jahres Impfstoffe geimpft wurde, darf es nur in Deutschland bleiben aber in kein weiteres EU-Land einreisen. Des weiteren ist keinesfalls die entsprechende Sicherheit gewährleistet, dass ein Tier nach 3 Jahren immer noch vollständig belastbaren Impfschutz besitzt. Hierzu finden Sie eine Stellungnahme der Firma Virbac (Impfstoffhersteller):

Sehr geehrter Herr Ziesing,

Da es sich bei der Tollwut um eine außerordentlich - auch für den Menschengefährliche Erkrankung handelt, möchten wir zunächst auf die besondere Situation Deutschlands aufmerksam machen.

Die geografische Lage Deutschlands mit seiner Schlüsselrolle als "Tor zum Osten" im erheblichen Ost-West-Gefälle der Tollwutinzidenz - war ein wesentlicher Grund, weshalb die Tollwutbestimmungen strikt gehandhabt wurden. Der anhaltende Infektionsdruck aus dem Osten Europas führt dazu, dass die Tollwut in Deutschland unverändert präsent ist. Einen Überblick über die von der WHO innerhalb eines Quartals erfaßten Tollwutfälle in Europa und weitere detaillierte Informationen finden Sie
auf der WHO-Internetseite

www.who-rabies-bulletin.org / Current Issues /
Map of Rabies Cases in Europe.

http://www.who-rabies-bulletin.org/q3_2005/startq3_05.html

Die Schweiz (u.a.) hingegen wird von der WHO seit vielen Jahren als Tollwut-frei eingestuft, weswegen sie längere Impfintervalle zulässt, jedoch für die Einreise weiterhin auf einjährigen Intervallen für die Tollwutimpfung besteht.
http://www.who-rabies-bulletin.org/q3_2005/startq3_05.html

Desweiteren ist ein Impfschutz des Einzeltieres abhängig vom Infektionsdruck der Umgebung und vom Populationsschutz. Virbac als Anbieter nicht nur von Impfstoffen, sondern auch von Impfködern ist darüber informiert, dass es auch 2005 einen Tollwutausbruch in Deutschland gegeben hat. Gleichzeitig ist die Impfabdeckung der Hundepopulation gegen Tollwut
innerhalb von nur 3 Jahren (2001 bis 2004) von 75 % auf 63 % abgesunken. (Quelle: IVH / Tierzahlen 2001 - 2004; I&G Nürnberg)
(See attached file: Populationsabdeckung.pdf)

Vor diesem Hintergrund empfehlen wir weiterhin die jährliche Tollwutimpfung.

Der Tollwut-Impfstoff und die Tollwutkomponente der Virbagen-Kombinationsimpfstoffe sind mit einem Challenge-Test nach einem
Jahr geprüft, derzeit gilt für sie eine Schutzdauer von 12 Monaten. Wir halten es für notwendig, die Daten für die Zulassung eines Tollwutimpfstoffes mit längerer Schutzdauer gründlich zu prüfen. Leider lässt sich derzeit noch nicht absehen, wann alle Untersuchungen und Prüfungen abgeschlossen sind. Es müssen höchste Sicherheitsaspekte gelten. Deshalb bitten wir um Ihr Verständnis, dass wir im Augenblick noch keine konkrete Zeitangabe machen können, wann das Projekt beendet ist.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Ute Seeliger

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Dr. Ute Seeliger
Produktmanagerin Kleintier Biologika

Virbac Tierarzneimittel GmbH
Rögen 20
23843 Bad Oldesloe
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www.virbac.de
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Tollwutfälle in Europa

3. Quartal 2005

2.310 Fälle registriert

inkl. 5 Humanfälle

Quelle: www.who-rabies-bulletin.org

mit freundlicher Genehmigung des Fr.-Loeffler-Inst.

(Rabies free) = Tollwut-frei, d.h. kein einheimischer Fall verzeichnet für mind. 2 Jahre